Nika Bertram

der kahuna modus

Roman
Cover: der kahuna modus
Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2001
ISBN 9783821806976
Gebunden, 332 Seiten, 20,35 EUR

Klappentext

Dies ist ein Roman über die Geschicke und Wandlungen einer Comiczeichnerin, in deren Leben seit einiger Zeit nichts mehr mit rechten Dingen zugeht. Wie soll sie einen undurchsichtigen Auftrag erfüllen, ihre eigene Lebensgeschichte niederzuschreiben, ohne dabei Bilder zu verwenden? Natürlich kann sich eine Zeichnerin an diese Vorgabe nicht halten. Mit Humor und Song für Song setzt sie zu Textzeilen, Riffs, Beats und Loops von David Bowie, Björk, Tricky und Nick Cave die Bilder ihres Lebens zusammen, und sie erinnert sich: an ihre mysteriösen Verwandlungen in seltsame Kreaturen, ihre verlorene Liebe Susan, ihren Halbbruder und Computer-Wizard Arthur, und ihre Versuche, sich heimisch zu fühlen in dieser Welt, als Zwischenwesen, das kein Monster sein und nicht alleine bleiben will.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.11.2001

Trotz einiger Schwächen findet die "Döb." zeichnende Rezensentin diesen Debütroman von Nike Bertram äußerst interessant. Der Roman zeige Einflüsse von Kafka und Virginia Woolf und bediene sich gleichzeitig der Methoden des Comics, wovon die Rezensentin überaus angetan ist. Sie bemängelt einzig den Überfluss an komplett verschiedenen Dingen, die in das Buch hineingestopft seien - und die Tatsache, dass die Autorin dieses Buch auch im Internet in Form einer Spielvariante zugänglich gemacht hat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 26.07.2001

Wie witzig! Wie originell! Wenn Ole Frahm das sagt, meint das soviel wie: Dieser Roman ist so ziemlich das Biederste, was mir in letzter Zeit untergekommen ist. Die von der Autorin angepeilte Übersetzung des Comichaften ins Werk, der Popkultur in Literatur misslingt seiner Meinung nach gründlich. Cool, verboten und aufregend, wie es sich Bertram offenbar gewünscht hat, stöhnt der Rezensent, ist da gar nichts, alles blass, klischee- und feuilletonhaft - bieder eben. Warum? Weil die Autorin doch "viel mehr an die hohe als an die populäre Literatur glaubt" und die Genres "nur motivisch, nicht aber in ihrer Qualität als serielle Genres ausbeutet". Jeder für Genreliteratur so notwendige Affekt, so Frahm, werde letztlich durch das Konzept des Romans gebannt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.03.2001

Interessant und "erstaunlich" findet der Rezensent Andreas Puff-Trojan diesen Debütroman, den er als experimentell bezeichnet - nicht nur, was die sprachliche, sondern auch was die inhaltliche Gestaltung angeht. Das begründet er damit, dass Nika Bertram nicht mit "Realem, Surrealen und sicherer Grenzziehung" arbeitet, sondern "ernst macht mit einem Dazwischen, indem Bilderwelten, Personen und Handlungen einer, wie es im Roman heisst, `écriture automatique` der stetigen Verwandlung unterliegen". Puff-Trojan sieht die Erzählerin damit in der Tradition von Konrad Bayer, der in den 1950er Jahre experimentelle Prosatexte verfasste. Dabei ist Bertram seiner Meinung nach sprachlich versiert und beschreibt eine "erstaunliche Bildervielfalt". Auch findet es der Rezensent tröstlich, dass sie Literatur verfasst, die um ihrer selbst willen existiert und ein Bollwerk bildet gegen den "edlen Kommerz".
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