Theodor Eicke, gescheiterter Unterzahlmeister des Ersten Weltkriegs, wurde erst zum Kommandanten des KZ Dachau, dann zu einem der fanatischsten SS-Generale, ehe er 1943 den Tod an der Ostfront fand. Niels Weise schildert die Karriere dieser furchtbaren Berühmtheit auf einer teilweise erstmals ausgewerteten Quellenbasis. So wird nicht nur die Bedeutung Eickes für den Aufbau des KZ-Systems und der Waffen-SS beleuchtet. Auch die von Bürgerkriegsphobien getragenen Übergänge zwischen NS-Bewegung und Rechtsterrorismus am Ende der Weimarer Republik sind erstmals dargestellt. 1933 nutzte Himmler den Umstand aus, dass Eicke aufgrund politischer Intrigen in die Psychiatrie eingewiesen wurde, um den eigensinnigen SS-Führer an sich zu binden. Die Nervenheilanstalt diente Himmler als Werkzeug: Eine auf den Faktoren Erziehung, Verpflichtung und Treue basierende SS-Karriere nahm ihren verhängnisvollen Lauf.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.11.2013
Als den Kenntnisstand erweiternde Arbeit zu den Funktionsweisen des nationalsozialistischen Mordapparats versteht Daniela Münkel das Buch von Niels Weise. Der Autor erläutert ihr anhand der Biografie des skrupellosen Himmler-Vertrauten und KZ-Organisators Theodor Eicke, besonders der laut Rezensentin bisher wenig beachteten Jahre bis 1933, wie eine exemplarische, auf wenig Bildung, aber dafür umso mehr ideologischer Prägung (Treue, Erziehung, Verpflichtung) und Gewaltbereitschaft aufbauende SS-Karriere verlief. Die vielen Redundanzen und der "langatmige" Schreibstil des Autors erschweren die Lektüre für Münkel allerdings.
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