Nellja Veremej

Berlin liegt im Osten

Roman
Cover: Berlin liegt im Osten
Jung und Jung Verlag, Salzburr 2013
ISBN 9783990270318
Gebunden, 315 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus einem kaukasischen Städtchen über Leningrad bis nach Berlin führt das grandiose Roman-Debüt von Nellja Veremej, das seine geographischen und kulturellen Motive schon im Titel trägt. "Berlin liegt im Osten" heißt das Buch, in dem von den städtischen Enklaven russischer Migranten ebenso farbig erzählt wird wie von Provinzkindheiten in der ehemaligen Sowjetunion. Das Berlin dieses Romans, der rund um den Alexanderplatz spielt, hat seine Reservate der Einsamkeit und der Lebensfreude, und es wird durch die unnachahmliche Stimme einer Ich-Erzählerin lebendig, die den nur scheinbar unspektakulären Beruf einer Altenpflegerin ausübt. Durch sie hindurch wandern die Lebensgeschichten der Klienten und verbinden sich mit ihrer eigenen Biografie.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.08.2013

Stark beeindruckt zeigt sich Felix Stephan vom erzählerischen Können Nellja Veremejs in ihrem Debütroman. Das einfühlsame Schreibenkönnen über das Private führt er, etwas sozialromantisch vielleicht, auf Veremejs Sozialisation in der UdSSR zurück. Jedenfalls hat er seit Anna Karenina keine Romanfigur derart beglückt und beglückend über deutsches Pflaster schweben sehen wie Veremejs Hauptfigur, die russische Emigrantin und Altenpflegerin Lena, auf den Spuren des goldenen Berlins. Vermittels ihrer Perspektive und einem plaudernden Stil gelingt der Autorin laut Rezensent nicht nur die Beschreibung eines kompletten Emigrantendaseins in wenigen Federstrichen, sondern ebenso das Panorama eines ganzen Jahrhunderts.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.06.2013

Nellja Veremej hat mit "Berlin liegt im Osten" einen wirklich schönen Debütroman vorgelegt, findet Viktor Funk. Schon das Thema ist hochaktuell, erklärt der Rezensent: die Träume, Vorstellungen und Illusionen, die Menschen aus anderen Ländern nach Deutschland ziehen, wenn sie aus ihrer Heimat fort müssen, auch die anschließende Anpassung und Desillusionierung. Veremejs Ich-Erzählerin kommt aus einem kleinen Militärdorf an der russisch-japanischen Grenze und arbeitet als Pflegerin bei Herrn Seitz, Veremejs zweiten Protagonisten. Das Buch kreist in filmischen Sequenzen um diese beiden Charaktere und ihr gemeinsames Problem, dass das, was sie Heimat nennen, nicht mehr ihren Vorstellungen entspricht. Veremejs Roman liefert einen faszinierenden Einblick in die Gedankenwelt von Einwanderern, der durch keine halbgaren Statistiken zu ersetzen wäre, findet Viktor Funk.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 05.06.2013

Katharina Granzin flaniert mit der Autorin entlang der Handlungsorte ihres Debütromans. Alexanderplatz, Torstraße… Dass der Roman von Döblin inspiriert ist, weiß Granzin. Als Leserin leitet sie die gleiche Aufmerksamkeit und Wachsamkeit, wenn die aus Russland stammende Ich-Erzählerin durch ihr Berlin läuft. Auch die psychokulturelle, wenngleich flüchtige Zustandsbeschreibung, von der Granzin spricht, scheint bei Döblin schon da. Davon abgesehen aber findet Granzin das Buch originell genug, entdeckt sie genug eigene Erfahrungen der Autorin darin verarbeitet, um es zu einem eigenständigen, wie sie findet, großen Text zu machen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.06.2013

Das dieser Franz-Biberkopf-Roman, eine reife Debütleistung, wie Sabine Berking uns versichert, ausgerechnet bei einem Wiener Verlag erscheint, ist für die Rezensentin schon ein Ding. Das Buch indes passt in die raue Stadt mit ihren Sehnsüchten und Selbstbetrügereien und Hoffnungen, wie die Faust aufs Auge, findet sie. Und so geht sie mit der Heldin, Lena aus Leningrad, die Torstraße lang, wie dereinst Franz Biberkopf und wähnt sich nicht nur in einer "wundervollen" Berlin-Geschichte, sondern auch in einem lebensklugen, melancholischen Wenderoman, einer unter die Haut gehenden Symphonie der Großstadt und keinem Hipster-Quatsch.
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