Navid Kermani

Köln

E Jeföhl
Cover: Köln
C.H. Beck Verlag, München 2026
ISBN 9783406850950
Gebunden, 175 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Navid Kermanis Liebeserklärung an seine Stadt Köln Köln ist heilig, jeck, dreckig, lässig, kosmopolitisch, parallelkulturell, gastfreundlich, lieblos und liebenswert, eine uralte Stadt an einem großen Fluss, die Et hätt noch immer jot jejange stolz ist auf ihre Gelassenheit, während sie von einem Desaster ins nächste stolpert. Köln ist ein Gefühl! Navid Kermani versammelt in diesem Buch seine schönsten Texte über Köln und die Kölner. Im Alter von vier wurde Navid Kermani Fan des 1. FC Köln, und das im südwestfälischen Siegen, wo die Älteren zu Dortmund oder Schalke hielten und die Opportunisten zu Bayern oder Gladbach. Keine Frage, dass er nach dem Abitur sofort nach Köln zog. In diesem Buch blickt er hinter die Kulissen von Karneval, Kirche und FC, die das Bild der Stadt in der übrigen Welt bestimmen. Er unternimmt Streifzüge am Rhein entlang und durch den Grüngürtel, durch Kneipen, Museen und Kirchen, staunt über Kölns heilige Kunst, debattiert über den Moscheebau und erschrickt über den Einsturz des Stadtarchivs. Er porträtiert große Kölner von Konrad Adenauer über Rolf Dieter Brinkmann bis hin zu seinem Buchhändler Ömer Özerturgut, beobachtet im Eigelstein, seinem Veedel hinterm Bahnhof, Handwerker und die Inhaber obskurer Import- Export-Läden. Staunend geht er der Kölner Jemüthlischkeit auf den Grund.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 04.07.2026

Rezensent Richard Kämmerlings liest sich sehr gern durch diesen Band, der Navid Kermanis Texte über Köln versammelt. Kermani wohnt seit Jahrzehnten in der Stadt und hat im Laufe der Zeit über alle möglichen Lokalthemen geschrieben, vom 1. FC Köln über die Probleme der Kulturförderung und die skandalöse Silvesternacht 2015 bis zur in jüngster Zeit eskalierenden Drogenszene in der Stadt. Wie bereits diese Aufzählung zeigt, ist nicht alles heiter Sonnenschein in diesem Buch, hinzu kommt, dass Kermani auch mit dem Karneval nicht viel anfangen kann und den Dom für zu protzig hält. Dennoch ist das Buch in erster Linie eine Liebeserklärung - eine durchaus und auch bewusst paradoxe, das Buch feiert Köln nicht zuletzt als eine Stadt, in der die "Kluft zwischen Idee und Wirklichkeit" besonders groß ist. Eben weil die Kölner um die Probleme und auch die Hässlichkeit ihrer Stadt wissen, umarmen sie sie umso herzlicher. Eben dem daraus entstehenden Kölner Humanismus, der sich auch in der rheinischen Sprachmelodie artikuliert, setzen auch Kermanis Köln-Texte ein Denkmal. Besonders gut gefallen dem insgesamt rundum angetanen Kämmerlings jene Texte, die sich mit den Biografien einzelner Kölner beschäftigen.

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