Nassim Nicholas Taleb

Antifragilität

Anleitung für eine Welt, die wir nicht verstehen
Cover: Antifragilität
Albrecht Knaus Verlag, München 2013
ISBN 9783813504897
Gebunden, 688 Seiten, 26,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Susanne Held. Nassim Nicholas Taleb schickt in seinem neuen Buch heutiges Risikomanagement und Prognostik in die Wüste. Nicht indem wir Zufälle und Ungewissheit um jeden Preis abzuwehren versuchen, gewinnen wir, sondern indem wir sie zu Stärken ummünzen. Talebs Konzept der Antifragilität ist eine große, praktisch-philosophische Antwort auf die Herausforderungen unsicherer Zeiten. Seine Beispiele bedienen das ganze Spektrum von Finanzen und Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Privatleben. Er zeigt, warum kleine Strukturen besser sind als große, Stadtstaaten besser als Nationen, warum Silicon Valley mehr Erfolg hat als das Bankensystem, warum Zahnärzte und LKWFahrer antifragiler sind als Bischöfe und Geschäftsführer, warum Schulden abhängig machen und warum alles, was zu kompliziert ist, von der Bildfläche verschwinden wird. Multidisziplinär und mit großer Übersicht umreißt "Antifragilität" ein neues Denken für eine Welt, die bei allem Fortschritt niemals berechenbar sein wird.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.03.2013

Es lässt sich nur schwer sagen, worum es in Nassim Nichlas Talebs "Antifragilität" geht, gesteht Jan Füchtjohann und schildert deswegen in seiner Rezension vor allem die persönliche Geschichte des Autors, die schlussendlich zu diesem Buch geführt hat. Er hält allerdings fest: das Buch mag irrsinnig und größenwahnsinnig sein, großartig ist es auch, irgendwie. Taleb hatte über Jahre hinweg als Hedgefond-Manager auf den großen Knall gewettet, verlor immer mehr Geld, wurde verhöhnt, schrieb Bücher und hielt Vorträge, entwickelte nervöse Tics, wurde noch immer nicht ernst genommen, bis der große Knall tatsächlich kam, berichtet Füchtjohann. Nassim Nicholas Taleb war "auf einen Schlag reich, sehr reich" sogar, und vor allem: er hatte Recht behalten mit seinen Warnungen vor der Möglichkeit des Unwahrscheinlichen. In "Antifragilität" übersetzt er seine Erfahrungen zum Teil in Philosophie und lehnt sich dabei stark an den Stoiker Seneca an, er schreibt über Dinge, die er hasst (die Liste ist umfangreich), malt sich aus, wie schön es wäre, öffentlich Ökonomen zu verprügeln, gibt Diäthinweise und erklärt ganz allgemein die Welt, fasst der Rezensent zusammen. Und wahrscheinlich wird er wieder viel Geld damit verdienen, vermutet Füchtjohann.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.03.2013

Oh je, nach diesem Verriss bleibt eigentlich nur noch eine Frage: Warum widmet man einem Buch, das ein derart aufgeblasenes Nichts ist, den Aufmacher des Sachbuchteils in der Literaturbeilage zum Frühling 2013? Vielleicht weil Verreißen Spaß macht! Nassim Nicholas Taleb hat einmal eine Finanzkrise richtig vorausgeahnt, hat entsprechend spekuliert, Geld gemacht, und über diesen Erfolg das Buch "Der schwarze Schwan" geschrieben, das ihm noch mehr Geld (und begeisterte Reaktionen von Kaubes Chef Frank Schirrmacher) einbrachte. Nun hat Taleb wieder ein Erfolgsbuch herausgebracht und Jürgen Kaube wetzt das Besteck, wie einst der Kannibale bei Benjamins sprichwörtlichem Säugling. Eigentlich ist Talebs Lehre von der Antifragilität nichts weiter als moderne Sinnspruchliteratur, findet Kaube: Systeme lernen also von ihren Krisen. Aha. Banal. So Kaube, und sucht und findet überzeugende Gegenbeispiele en masse. Wieviel Hunger darf ein Mensch haben, um daraus tatsächlich noch zu lernen, statt ständig nur an seinen leeren Magen zu denken? Taleb denkt laut Kaube nicht weiter über die Widersrpüche seiner Theorie nach: Er ist viel zu beschäftigt, seine grandiose Person zu preisen. Unter anderem lernt man in seinem Buch, dass er eine 115-Kilogramm-Hantel stemmen kann. Und die legt Kaube als Grabstein auf sein neues Buch.
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