Aus dem Amerikanischen von Viky Ceballos. Set, ein erfolgreicher Maler, feiert Triumphe in den Galerien von New York und Paris und ist sich seiner indianischen Abstammung kaum mehr bewusst. Auf dem Sterbebett überträgt Sets Großmutter, die Sippenälteste, ihre Heil- und Zauberkräfte auf ihre Urenkelin Grey, erteilt ihr aber gleichzeitig den Auftrag, auf Set einzuwirken und ihn gemäß einem uralten Ritual in einen Bärenmenschen zu verwandeln. Auf der Suche nach seiner Identität gerät Set immer stärker in den Bann des Bärenmythos, dessen Sternbild seit seiner Kindheit eine seltsame Faszination auf ihn ausgeübt hat. N. Scott Momaday verarbeitet alte Mythen der Kiowa und Navajo und verbindet verschiedene Zeitebenen und Handlungsströme zu einem dichten Gewebe, einem Schicksalsnetz, aus dem es kein Entrinnen gibt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.07.2003
In N. Scott Momadays Roman geht es nach Hartwig Isernhagen recht deutlich um Identitätspolitik: das Fremde, in diesem Fall Europa und das weiße Amerika, erscheint in diesem Roman nur "als Spiegelung im Inneren des männlichen Protagonisten". Nach Ansicht der Rezensenten verarbeitet Momaday dabei seine "eigene europäische Reise-, Galerie-, und Universitätserfahrung". Dadurch ist zwar eine "Internationalisierung" der erzählten Terrains zu beobachten, doch im Zentrum der Erzählung bleibt bei Momoday der, der die Erfahrung von Fremdheit macht. Dieser Ansatz unterscheidet ihn von anderen indianischen Autoren, zum Beispiel von James Welch. Was diese Autoren aber miteinander verbindet, ist der Umstand, dass ihre Romane "mit den gängigen Diskursen von Hybridität" schlecht zu erfassen sind, da die Gefährdung des Individuum Vorrang hat vor einer positiveren Sichtweise, die im interkulturellen Dasein das "gewiefte Spiel mit Kompetenzen" in den Vordergrund stellt, erklärt Isernhagen.
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