Aus dem Ukrainischen von Juri Durkot und mit einem Nachwort von Wilfried Jilge. Was war das für ein Land, in dem Wahlen gefälscht, Journalisten ermordet, Präsidentschaftskandidaten im Wahlkampf vergiftet wurden? Wie war es möglich, dass Millionen Bürger nach wochenlangen massenhaften Protesten einen friedlichen Machtwechsel erzwingen konnten? Was muss geschehen, damit eine demokratisch und rechtsstaatlich verfasste Ukraine sich als neuer, sanfter Machtfaktor im Osten Europas etablieren kann? Mykola Rjabtschuk beschreibt, warum der Emanzipationsprozess in der größten und wirtschaftlich wichtigsten ehemaligen Sowjetrepublik auch nach der formalen Unabhängigkeit 1991 schwerfälliger verlief als in den anderen osteuropäischen Transformationsstaaten. Und er zeigt, dass sich die regionale und mentalitätsgeschichtliche Differenziertheit dieses Landes zwischen Lemberg und Charkow, Kiew und Sewastopol, Czernowitz und Donezk für die Modernisierung des europäischen Ostens als Glücksfall erweisen wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.05.2006
Angesichts der Brückenstellung der Ukraine zwischen Europa und Russland und weil die Ukraine im Westen immer noch auf ziemliches Unverständnis stößt, begrüßt Michael Jeismann hoch erfreut diesen Band mit Essays von Mykola Rjabtschuk, der ihm als einer wichtigsten Intellektuellen des Landes bekannt ist. Wer das in Sprache und Kultur heterogene Land, in dem sich auch die politischen Positionen zumeist unversöhnlich gegenüber stehen, begreifen und mehr über das Selbstverständnis der Ukraine erfahren will, sollte diesen Band lesen, empfiehlt der Rezensent uneingeschränkt. Lobend erwähnt der offenbar rundum zufriedene Rezensent noch das aufschlussreiche Nachwort von Wilfried Jilge.
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