Aus dem Amerikanischen von Cornelia Stoll. USA 1944: Der Krieg in Europa und im Pazifik scheint weit entfernt, für Haruko in Colorado genau wie für Margot in Iowa. Bis die beiden plötzlich ins staubige Texas gebracht werden, nur weil ihre Väter als "feindliche Ausländer" angesehen werden: nach Crystal City, in ein Internierungslager für Familien, die beschuldigt werden, mit dem Feind zusammenzuarbeiten. Margots Familie versucht im Lager Abstand von den Nazis zu halten. Als einziges deutschstämmiges Mädchen geht Margot mit den Japanischstämmigen auf die Highschool und lernt dort Haruko kennen. Während Haruko wütend auf ihren Vater ist, weil er ihr nicht erzählt, weshalb sie hier sind, macht Margot sich Sorgen um ihre kranke Mutter und den Vater, den sie allmählich nicht mehr wiedererkennt. Die beiden Mädchen freunden sich heimlich an. Aber können sie einander trauen an einem Ort, an dem niemand die Wahrheit sagt?
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 25.03.2022
Für die Rezensentin Sylvia Schwab ist Monica Hesses Jugendroman über eine Mädchenfreundschaft in einem deutsch-japanischen Internierungslager in den USA im Jahr 1944 keine große Nummer. Dafür sind die Stimmen der beiden jugendlichen Protagonistinnen sprachlich zu wenig differenziert, der Duktus mitunter zu pathetisch und die eingespielten Kommentare zu fremd im Text, findet Schwab. Mit Themen wie Immigration, Schuld, Verrat, Lebenslügen rührt die Autorin laut Schwab allerdings an aktuelle Problemfelder. Die geschilderte politische Situation und die Emotionen der jungen Frauen sorgen außerdem für Spannung, gibt Schwab zu.
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