dtv, München 2026
ISBN
9783423650489 Gebunden, 256 Seiten, 16,00
EUR
Klappentext
Aus dem Schwedischen von Anu Stohner. Dieses magische, seelenverbrennende Gefühl! Ántes Leben hoch im Norden Schwedens ist von samischer Tradition geprägt. Wie auch schon sein Vater vor ihm will er Rentierzüchter werden. Denn Ánte liebt dieses Leben und er liebt die Natur. Aber plötzlich ist da noch etwas anderes, etwas, was an ihm zerrt. Seine Gefühle für seinen besten Freund Erik haben sich verändert, sind zu etwas Großem geworden. Jede Berührung entfacht ein Feuer in seinem Körper. Was würden die Leute sagen, wenn sie es wüssten? Und was fühlt Erik? Hin- und hergerissen zwischen den Erwartungen seiner Familie, der Verbundenheit zu seiner Heimat und dieser neuen Liebe, sucht Ánte nach einer Lösung, das Chaos in seiner Brust zu bändigen und seinen Weg zu finden.
Moa Backe Astot ist selbst samisch und hat auch ihren Debütroman über einen samischen Rentierzüchter geschrieben, erklärt Rezensent Siggi Seuß. Die Geschichte spielt in der Polarstadt Jokkmokk: Der 16-jährige Ánte liebt seinen Beruf und die Landschaft, aber er liebt auch Erik, der jedoch mit einem Mädchen zusammen ist. Das gestaltet sich in seiner Umgebung relativ schwierig, erfahren wir, er hat gar nicht die Worte, um das Erlebte zu beschreiben. Diese Sprachlosigkeit ist im Roman zentral, so Seuß, er kann weder seine Liebe ausdrücken noch sich gegen die Ressentiments der Anderen wehren. Der Kritiker liest einen zarten, empfindsamen und realistischen Roman, der die erste Liebe "so hoffnungslos universell" und die Suche nach der eigenen Identität überzeugend erzählt.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 23.04.2026
Eine kluges und eindringliches "Plädoyer für Toleranz und Liebe" sieht Rezensentin Sylvia Schwab im Roman über den sechzehnjährigen Rentierzüchter Antes. Dieser entdeckt nach und nach seine Homosexualität in der Liebe zu seinem Freund Erik. Offen damit umgehen kann er in seinem Umfeld nicht, lesen wir, denn er lebt im schwedischen Teil von Lappland in einer traditionellen samischen Gesellschaft, die ziemlich homophob ist. Der Zerrissenheit zwischen dem Bedürfnis, seine Sexualität ausleben zu können, und weiterhin der Rentierzucht nachgehen zu können, einen Beruf in der Natur, den er liebt, werden zur Herausforderung, resümiert die Kritikerin. Der Autor bezieht auch die Geschichte der Samen mit ein, denn Antes' Großmutter wurde selbst Opfer der rassistischen Diskriminierung durch die schwedische Gesellschaft in den Zwanziger und Dreißiger Jahren, in denen die samische Kultur massiv unterdrückt wurde. Trotzdem liest Schwab hier keinen schweren Roman, sie stellt einen allgegenwärtigen, unterschwelligen Optimismus fest, der auch in den faszinierenden Naturbeschreibungen liegt. Die Dynamik der Erzählung speise sich außerdem aus zahlreichen Dialogen und Chats in Jugendsprache, schließt die rundum überzeugte Kritikerin.
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