Milena Moser

Möchtegern

Roman
Cover: Möchtegern
Nagel und Kimche Verlag, Zürich 2010
ISBN 9783312004522
Gebunden, 456 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

In einer Castingshow im Fernsehen konkurrieren zehn Kandidaten um den Titel des SchreibStars. Eine bekannte Schriftstellerin sitzt in der Jury - und im Licht der Öffentlichkeit, das sie viele Jahre gemieden hat. Ihre Romane haben ihr allerdings den Ruf eingetragen, das Leben eines mondänen und exzentrischen Vamps zu führen. Deshalb wird sie als Jurorin für die Sendung "Die Schweiz sucht den SchreibStar" angefragt - als skandalumwitterte "Hasbeen" seien ihr die Stärken und Schwächen der "Wannabes" vertraut, erklärt der Fernsehredakteur. Überrumpelt sagt sie zu. Prompt übersieht sie Fallstricke und verliebt sich in den Falschen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.05.2010

Zuerst ist Sabine Doering noch nachsichtig mit der Autorin und ihrem launigen Buch über TV-Schreibwettbewerbe und der medialen Suche nach Schriftstellersuperstars. Das alles findet sie mit sicherer Hand und hübschen Pointen karikiert, durchaus medienkritisch und amüsant. Allerdings geht es Doering bald zu weit. Allzu übertrieben schablonenhaft kommen ihr die Figuren vor: Verleger, die Schriftstellerwitwen umgarnen, eine Literaturkritikerin namens Michelle Schlüpfer und ein berechenbarst gezeichneter Schlagersänger. Richtig problematisch jedoch erscheint der Rezensentin die in diesem Buch gepflegte Nachsicht gegenüber jedweder Art von Literatur. Das und die "Fortsetzung" des im Roman verhandelten fiktiven TV-Wettbewerbs im Internet und in einer von der Autorin angeleiteten realen Schreibgruppe, scheint ihr zwar ein "fast perfekter Zirkel wechselseitiger Bestätigung", nur eben leider auf Kosten der (echten) Literatur.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.03.2010

Milena Mosers satirischem Roman "Möchtegern" kann Dorothea Dieckmann nichts abgewinnen, und sie ärgert sich über die Ambivalenz, mit der die Autorin ihre Figuren zugleich vorführt und ihnen die Absolution erteilt. Moser entwirft das Szenario eines TV-Wettstreit, in dem zehn Möchtegern-Schriftsteller vor einer Jury in einer Mischung aus "Die Schweiz sucht den Schreibstar" und "Big Brother" gegeneinander antreten, lässt die Rezensentin wissen. Dieckmann findet nicht nur das weitschweifige Parlando und die "ausufernde" Konstruktion des Romans reichlich ermüdend, wenn sie auch einräumt, dass es so manchen hübschen Satireeffekt zu genießen gibt. Die Indifferenz, mit der im Roman die Vermarktung der Kunst zugleich bekrittelt wie "milde gebilligt" wird, wie die Figuren lächerlich gemacht werden und dann dennoch die Botschaft vermittelt wird, jeder könne ein Künstler sein, wie der TV-Zirkus gleichzeitig "veralbert und "bestätigt" wird, stößt die Rezensentin ab, wie sie deutlich macht. Und daraus resultiert auch die Blässe und die Beliebigkeit dieses Romans, der zudem auch noch Schleichwerbung für die unter anderen von Moser geführte Schreibschule macht, wie Dieckmann pikiert feststellt.
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