Michiko Kakutani

Der Tod der Wahrheit

Gedanken zur Kultur der Lüge
Cover: Der Tod der Wahrheit
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2019
ISBN 9783608964035
Gebunden, 197 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Sebastian Vogel. Das postfaktische Zeitalter ist angebrochen. In einer scharfsinnigen, geistreichen Gegenwartsanalyse deckt Michiko Kakutani historische und kulturelle Ursprünge einer Gesellschaft auf, in der die Wahrheit an Bedeutung eingebüßt hat. Vor diesem Hintergrund entlarvt sie Trump als die logische Konsequenz seiner kulturellen Voraussetzungen. Dieses Buch schürft tiefer als die bisherigen Beschreibungen der Ära Trump. Mithilfe von Philosophie und Kulturwissenschaft ergründet die einflussreichste Literaturkritikerin der USA erhellend historische und soziale Fundamente eines gesamtgesellschaftlichen Phänomens, das die modernen Demokratien bedroht. Denn "Fake News" und alternative Fakten sind Symptome eines allgemein vorherrschenden Bedeutsamkeitsverlusts der Wahrheit. Resultierend aus dem Erbe postmoderner Theorien und dem um sich greifenden Narzissmus, den das Internet befeuert, erscheint Trump nunmehr als personengewordener Ausdruck und Symbolfigur des postfaktischen Zeitalters.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 13.05.2019

Pieke Biermann empfiehlt die kritische Stimme der USA: Michiko Kakutani. Dass es sich bei diesem Schrecken der amerikanischen Literaturszene um eine Frau handelt, findet Biermann immer noch so bemerkenswert wie den Umstand, dass Kakutani sich in ihrem ersten eigenen Buch kulturpolitischen Realitäten widmet, nicht der Fiktion. Es geht um Trump und die Lügenkultur, und laut Biermann vermag die Autorin aus ihrer Arbeit als Kritikerin Nummer 1 zu schöpfen und lesenswert über die Umkehrung von Begriffen, systematische Sprachzerstörung und die Bedrohung der Wahrheit schreiben, indem sie weit ausholt und die postmodernen Wurzeln der Antiaufklärung ausgräbt. Auch wenn der Band sich vor allem mit amerikanischen Verhältnissen befasst, Anregung, Autoren wie Hannah Arendt und Victor Klemperer wieder zu lesen, erhält Biermann von Kakutani auch.
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