Klappentext
Ein leidenschaftlicher Appell gegen den Rechtsruck in Europa. Am 10. Dezember 1989 betritt Michal Hvorecky zum ersten Mal die "freie Welt". Jahrzehnte später droht ihm eine fünfjährige Haftstrafe, weil er die Kulturministerin seiner Heimat kritisiert hat. Mit Gespür für die feinen Risse in der Gesellschaft verwebt Hvorecky in seinem ersten Sachbuch seine persönlichen Erinnerungen und Erfahrungen mit einer scharfen Analyse der politischen Gegenwart. Ein mutiger Text über die Zerbrechlichkeit der Demokratie, die Kraft der Zivilgesellschaft, die neuen Dissidenten des 21. Jahrhunderts und die Notwendigkeit, zu widersprechen.Entlang seiner eigenen Geschichte verfolgt Michal Hvorecky den Weg Europas vom Fall des Eisernen Vorhangs bis zur Rückkehr autoritärer Ideologien. Die Euphorie der Samtenen Revolution, der hoffnungsvolle Aufbruch in ein neues Europa und heute: der Kampf gegen ultrarechte Kulturpolitik. Eindringlich zeigt er, dass unser aller Einsatz für die Demokratie zwingend gefordert ist.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 23.05.2026
Rezensentin Katharina Granzin schätzt Michal Hvoreckýs Buch über die politische Lage in der Slowakei, auch wenn es sich nicht um eine wissenschaftlich-tiefgehende Analyse handele. Denn trotzdem gelinge dem slowakischen Autor, Nachkomme der auch deutschsprachigen, auf slowakischem Gebiet lebenden Zipser Sachsen und offener Regime-Kritiker, eine gelungene Darstellung verschiedener gesellschaftspolitischer Themen, die auch in die eigene Vergangenheit blickt: So geht es etwa um die Samtene Revolution, die Hvorecký selbst miterlebte, um den Verlust der Heimatstadt Prag bei der Teilung der Tschechoslowakei, um die neofaschistische Ausrichtung der aktuellen slowakischen Regierung oder um die Wurzeln der russlandfreundlichen Politik. Neben der thematischen Breite beeindruckt die Kritikerin auch die "Wahrhaftigkeit und Offenheit", mit der Hvorecký hier schreibt. Für sie ergibt sich ein "persönliches Manifest", das zum Schluss mit einer Hommage an kritische Kunstschaffende zumindest noch einen "vorsichtigen" Optimismus versprüht.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 14.03.2026
Ein wichtiges Buch über die Verrohung der politischen Kultur in der Slowakei hat Michal Hvorecký laut Rezensent Jens Uthoff geschrieben. Hvorecký beschäftigt sich mit dem autoritären Umbau seines Heimatlandes durch den slowakischen Präsident Robert Fico, der insbesondere auf dem Feld der Kulturpolitik mit eisernem Besen alles entfernt, was nicht in sein stockkonservatives Weltbild passt. Hvorecký schreibt auch über seine eigenen Diskriminierungserfahrungen - mal wird er als Landesverräter beschimpft, mal als Jude - und blickt außerdem weiter in die Geschichte zurück, sowohl in die eigene als auch in die seines Landes. Unter anderem schreibt er darüber, wie er in den 1980er Jahren von seinem Lehrer sexuell missbraucht wurde - derartige Übergriffe wurden damals totgeschwiegen. So zeigt dieses Buch, meint Uthoff, wie in der Slowakei der Boden für jemanden wie Fico bereitet wurde. Abschließend wünscht der Rezensent dem Buch viele Leser, auf dass die Gefahren, die derzeit in der Slowakei drohen, endlich ernst genommen werden.
Buch in der Debatte
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