Mit 23 Abbildungen. Der Rechtshistoriker Michael Stolleis versammelt in diesem Buch kuriose Geschichten aus Recht und Literatur vom Spätmittelalter bis in die Gegenwart. Menschen geraten aneinander, geben ihrer Streitlust nach, prozessieren jahrelang - Stoff für amüsante oder melancholische Betrachtungen aus rechtsgeschichtlicher Perspektive. Das Spektrum reicht von einer Prozessgeschichte aus dem alten Reval des 15. Jahrhunderts, in der ein Prophet auftritt, für den sich Luther interessierte, über einen Kleinkrieg in Sachsen-Meiningen, der eine Hofdame ins Gefängnis bringt und einen Toten fordert, bis hin zu einem bühnenreifen Frankfurter Prozess zwischen Dr. Johann Wolfgang Textor und seinen Gläubigern, unter ihnen Schneidermeister Goethe. Der Kampf ums Erbe des Armenadvokaten Firmian Stanislaus Siebenkäs im Reichsmarktflecken Kuhschnappel spielt eine Rolle, ebenso wie der Mordprozess Heinze und die Bekämpfung von Unsittlichkeit in Berlin um 1880. Der Stoff dieser Geschichten stammt aus Archiven und Akten sowie aus der wissenschaftlichen Literatur, aber auch von Autoren, die sich die Freiheit nehmen, Juristen nicht allzu ernst zu nehmen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.12.2015
Dass der Rechtshistoriker Michael Stolleis durchaus Sinn fürs Ernsthafte besitzt, habe er unter anderem mit einem vierbändigen Werk zur Rechtsgeschichte bewiesen, klärt Michael Stallknecht auf. Nun habe er all jene skurrilen juristischen Anekdoten - reale wie fiktionale - zusammengetragen und veröffentlicht, die ihm nach Ansicht des Kritikers bei der Recherche für seine bisherigen Bücher untergekommen sein müssen. Dabei zeige sich der Autor sowohl als guter Historiker als auch als fähiger Jurist, wie Stolleis befindet: "Ohne denunzierenden Blick auf die Vergangenheit oder billige Ressentiments" erzähle er, und zugleich "materialreich, mit vielen Wendungen, schnörkellos im Ton, aber anschaulich und punktgenau formuliert".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.11.2015
Patrick Bahners ergeht sich so ausführlich in Referaten historischer Rechtsfälle, dass er fast vergisst, auch ein bisschen über das Buch zu reden, das ihn zu all seinen Abschweifungen inspiriert. Besonders angetan hat es ihm der Fall des Frankfurter Syndikus Johann Wolfgang Textor, der von seiner wesentlich jüngeren Frau sitzen gelassen worden war - aber nicht ohne Rechnung für ein gutes Dutzend Luxusschuhe. Der Rechtsfall gehört zu den von Stolleis in seinen Gelegenheitsarbeiten erzählten Schnurren. Befriedigend gelöst wurde er nicht, aber für Bahners liegt die Pointe darin, dass einer der Geschädigten der Vater Goethes war, wovon Goethe sich aber nicht beeindrucken ließ, weil er bekanntlich später eine Textor heiratete. Und so freut sich Bahners an diesem Band mit "Geschichten aus der Rechtsgeschichte", die zwar nicht immer auf eine Pointe hinausliefen, in jedem Fall aber höchst lehrreich zu sein scheinen.
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