Die dunkle Seite der Macht. Michael Sommer erweckt eines der turbulentesten Kapitel der römischen Geschichte zum Leben: skrupellose Politiker wie Caesar, Pompeius und Clodius, Bandenkriege und Tabubrüche. Er zeigt das alte Rom als aufregend-verstörendes Laboratorium, an dem sich beispielhaft für alle Epochen zeigen lässt, wie "Populismus" politische Gewalt gebiert und wie Verführung genutzt wird, um eine bestehende Ordnung zu stürzen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.02.2024
Ein "unbedingt lesenswertes Buch" ist Michael Sommers Buch über den Volkstribun Publius Clodius Pulcher, der in der späten römischen Republik die Politik Roms maßgeblich mitbestimmte, versichert Rezensent Uwe Walter. Sommer zeichnet den Weg Clodius' nach, der, aus einem jahrhundertealten Adelshaus stammend, mit seinen Schlägerbanden die Straßen Roms beherrschte und schließlich zum Volkstribun und Intimfeind Ciceros aufstieg. Dabei schafft es der Autor laut Walter die römischen Verhältnisse in den letzten Jahren der Republik als ein "Gestrüpp einander überkreuzender Vorstöße" verständlich darzustellen, lobt der Kritiker. Das Buch wirft letztlich die Frage auf, ob Clodius, wenn er nicht ermordet worden wäre, den Bürgerkrieg und den Untergang der Republik hätte verhindern können, überlegt der angeregte Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.11.2023
Rezensent Burkhard Müller zeigt sich letztlich enttäuscht vom Buch des Althistorikers Michael Sommer über den Demagogen Publius Clodius Pulcher, der im alten Rom intrigant und sehr erfolgreich die Fäden zog. Gute Idee einerseits, Clodius zum Typ eines Epochenbilds zu erheben, findet Müller. Andererseits steht die Familiengeschichte der Figur, in die der Autor laut Müller tief hineingreift, auf dünner Quellenbasis. Mit all den unerklärten Fremdwörtern und verunglückten Metaphern im Text ist das Buch auch kein Schmöker a la Robert Harris, merkt Müller außerdem an. Das Neue an der Figur des Clodius und seiner Zeit wird zudem nicht wirklich deutlich, weil dem Autor die Deutungskategorien fehlen, so Müller.
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