Michael Schwarz

Visuelle Medien im christlichen Kult

Fallstudien aus dem 13. bis 16. Jahrhundert
Cover: Visuelle Medien im christlichen Kult
Böhlau Verlag, Wien 2003
ISBN 9783205993247
Gebunden, 307 Seiten, 39,00 EUR

Klappentext

Bekanntlich sind die Konzepte der Kunstgeschichte zu großen Teilen im 19. Jahrhundert entwickelt worden. Das erschwert heute den Dialog mit vielen wichtigen Nachbardisziplinen. In dieser Situation soll das Konzept "Medium", das dem ausgehenden 20. Jahrhundert angehört, helfen, den kunstgeschichtlichen Diskurs mit dem gegenwärtigen Bewusstseinsstand mindestens in denjenigen Kulturwissenschaften zu verknüpfen, die sich mit Kommunikation befassen. Das bedeutet, dass die Fragen nach Gebrauch und Wirkung der Objekte im Mittelpunkt stehen. Wichtige Voraussetzungen für einen solchen medial turn der Kunstgeschichte waren die Arbeiten Hans Beltings aus den achtziger Jahren. Wenn Belting allerdings vom Idealbild eines Mediums ausging ("das Kultbild") und dessen Geschichte zu schreiben suchte, so steht dem in den hier vorgelegten sechs Fallstudien eine empirisch ausgerichtete Methodik gegenüber: Die Problemstellungen werden aus realen und komplexen Situationen entwickelt und Ensembles von Medien betrachtet. In aufwendig recherchierten historischen Untersuchungen werden Möglichkeiten ihres Funktionierens durchgespielt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.04.2003

Christiane Kruse führt in ihrer Rezension im wesentlichen eine fachspezifische, methodologische Auseinandersetzung mit diesem Buch. So bescheinigt sie Schwarz zwar, dass es noch immer "ein mutiges Unternehmen" sei, "eine Bresche für die 'Medien' der Kunst -Malerei, Skulpturen - in der Kunstwissenschaft zu schlagen", sehe "diese sich doch ohne Grund der Gefahr ausgesetzt, dass die Rede von den Medien die Kunst aus dem Fach vertreibt". Schwarz jedoch hat sich für Kruse um den Ertrag seiner Studien gebracht, indem er den "historischen Kunstdiskurs aus seiner Studie" nun tatsächlich "ausblendet oder negiert". Ohne Berücksichtigung der jeweils zeitgenössischen Vorstellungen von Kunst und Repräsentation, so kann man die Kritik der Rezensentin zusammenfassen, lässt sich dann jedoch auch gar nicht verstehen, wie die Werke ihre mediale Funktion für die Religion zu erfüllen vermochten.