Im Frühling sind sie angekommen, im Herbst müssen Lukas neue Freunde Oleg, Madame Petrova und Paulinchen weiterziehen, sie sind ja schließlich Zugvögel. Doch sie wollen bleiben, wollen den Winter sehen und in die Schule gehen. Aber wo sollen sie bloß hin? Wovon sollen sie leben? Zum Glück gibt es die gute Frau Lorenz, die ein großes Herz hat und ein großes Nest für alle, die nicht wissen, wohin. Bei ihr sind die drei Freunde gut aufgehoben. In wunderschönen, feinsinnigen und zugleich kräftigen Bildern erzählt das Ausnahmetalent Michael Roher seine neue Geschichte: vom Sesshaftwerden einer Familie unter erschwerten Bedingungen, ein Plädoyer für Toleranz und Liebe, eine Würdigung von Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.02.2013
"Schräge Vögel" sind das, die in Michael Rohers Bilderbuch "Zugvögel" in der Stadt vorbeischauen, berichtet Regina Riepe, anthropomorphe Zwitterwesen, mit denen sich der Menschenjunge Luka trotz Verständigungsproblemen rasch anfreundet. Die surrealen Gestalten und die gestörte Kommunikation seien für Kinder durchaus amüsant, meint die Rezensentin, aber es gibt noch eine weitere Bedeutungsebene, wenn Roher erzählt, dass die Vögel weiterziehen müssen, weil die Menschen sie nicht bei sich behalten wollen und ihnen kein Futter abgeben. Eine Lektion in Sachen Fremdenfeindlichkeit also, die der Rezensentin - jedenfalls in einem Bilderbuch - wichtiger zu sein scheint als akkurate ornithologische Fakten.
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