Michael Jung

Marathon und Plataiai

Zwei Perserschlachten als lieux de memoire im antiken Griechenland
Cover: Marathon und Plataiai
Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, Göttingen 2006
ISBN 9783525252635
Gebunden, 427 Seiten, 69,90 EUR

Klappentext

Nach der Schlacht von Marathon soll ein Bote mit der Siegesbotschaft nach Athen gelaufen sein, dort die frohe Nachricht verkündet haben und im selben Moment tot zusammengebrochen sein - eine antike Legende, die den Ursprung des modernen "Marathonlaufes" darstellt. Die Erzählung ist das bekannteste Beispiel für Versuche, die großen Perserschlachten von Marathon und Plataiai in der Erinnerung der antiken Nachwelt zu halten, sie politisch in Dienst zu nehmen und zu deuten. Die Entwicklung der Erinnerung an die beiden Schlachten, ihre politische Deutung und identitätsstiftende Wirkung vom fünften Jahrhundert v. Chr. bis in die römische Kaiserzeit wird nachgezeichnet - in ihren Brüchen, Wandlungen und Umdeutungen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.06.2007

Zweifel an der Bedeutung sogenannter "Erinnerungsorte" für die Geschichtswissenschaft findet Rezensent Uwe Walter durch diesen Band über die Perserschlachten in Marathon und Plataiai bestätigt. So unspektakulär ihm die Arbeit aufgrund der "trümmerhaften" Quellenlage und der also gebotenen akademischen Vorsicht erscheint, so deutlich macht ihm Michael Jungs "präzise Nachzeichnung" politischer Umdeutungen Richtung Vergangenheitsutopie die "hegemonialen Interessen" und die eher marginale Rolle des Panhellenismus in den Perserkriegen. Walter zieht daraus, "eher gegen die Absicht des Autors", seinen eigenen Schluss. Die Abkehr vom "Memorialparadigma" zurück zu den harten Fakten von "Macht, Furcht und Interesse", meint er, könnte bevorstehen.
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