Jens-Uwe Krause

Kriminalgeschichte der Antike

Cover: Kriminalgeschichte der Antike
C. H. Beck Verlag, München 2004
ISBN 9783406522406
Gebunden, 224 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Sowohl in Athen als auch in Rom hatten die Gerichte viel zu tun: Diebstahl, Raub, Sexualdelikte, Desertion, Mord - auch die Menschen der Antike begingen Straftaten, die schon damals schwere Rechtsfolgen nach sich zogen. Doch obwohl die antiken Strafverfolgungssysteme längst nicht so entwickelt waren wie unsere, gelang es den Bürgern zumeist, den gebrochenen Rechtsfrieden wieder herzustellen und dadurch eine der wichtigsten Voraussetzungen des Zusammenlebens zu sichern. Jens-Uwe Krause legt hier einen faktenreichen Überblick über Verbrechen, Verbrecher und Strafverfolgung im griechisch-römischen Altertum vor.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.11.2004

Als "kenntnisreich" und "anschaulich" würdigt Uwe Walter diese "Kriminalgeschichte der Antike" des Münchener Althistorikers Jens-Uwe Krause, auch wenn es sich dabei streng genommen nicht um eine "Kriminalgeschichte" handelt, wie der Titel suggeriert, sondern um eine Sozialgeschichte der Kriminalität und ihrer Bekämpfung. Dass Krause die Fülle von Phänomenen auf die Frage nach Ausbau und Konsolidierung des Staatsapparates in den antiken Gemeinwesen ausrichtet, findet Walters Zustimmung. Er lobt zudem, dass Krause zur Deutung des lückenhaften und ungleichmäßigen Materials auch die einschlägigen Forschungen zum Mittelalter und der Frühen Neuzeit heranzieht. Die nach Deliktgattungen, Straftäterkategorien und Gegenmaßnahmen gegliederte Darstellung Walters behandle wegen der Quellenlage überwiegend die römischen Kaiserzeit und die Spätantike, während die beiden Kapitel über das klassische Athen nur einen Vorspann bildeten. Walter berichtet, dass im Vergleich der Großepochen immer wieder auffällige Unterschiede zutage treten, während der Klassencharakter der Justiz konstant blieb.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.09.2004

Jürgen Busche fühlte sich nach der Lektüre von "Kriminalgeschichte der Antike" ernüchtert, da die Realität des antiken Alltags mit der Idealität der Kunst nicht Schritt zu halten vermochte - wobei Ernüchterung ein durchaus angemessener Effekt ist, handelt es sich bei dem Buch von Jens-Uwe Krause doch der Meinung des Rezensenten nach um ein "nüchternes" und "materialreiches" Werk. Behandelt wird die Frage der Strafverfolgung im alten Griechenland und im alten Rom. Hauptwaffe im Kampf gegen den kriminellen Feind war demnach die "Selbsthilfe" - Polizeiarbeit war eher noch unterentwickelt, sofern es sie überhaupt schon gab. Man rief also die Nachbarn zu Hilfe. Gemeinsam rückte man dem Bösewicht zu Leibe. Wer hierbei allerdings zu weit ging, hatte seinerseits mit Bestrafung durch die Gerichte zu rechnen, denn auch Selbstjustiz konnte in Verbrechen umschlagen. Strafverfolgung, also Tätersuche, Zeugenfindung usw., war ebenfalls Privatsache. Das dicht geknüpfte soziale Netz machte es gesuchten Verbrechern schwer, in den Städten Unterschlupf zu finden; zugleich allerdings lebten manche von ihnen unbehelligt an fremden Orten. Mit Recht hatte all das nicht allzu viel zu tun, befindet der Rezensent, eher mit Regelungen.
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