Michael Hampe

Eine kleine Geschichte des Naturgesetzbegriffs

Cover: Eine kleine Geschichte des Naturgesetzbegriffs
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2007
ISBN 9783518294642
Kartoniert, 201 Seiten, 11,50 EUR

Klappentext

Von Determinismus und Freiheit war in den letzten Jahren viel die Rede. In Auseinandersetzung mit der Hirnforschung musste vor allem die Philosophie häufig an differenzierte Auffassungen zu menschlicher Freiheit erinnern, die das abendländische Denken hervorgebracht hat. Gleiches ist für die vermeintlich determinierten Ereignisse in der Natur zu leisten. Denn was es bedeuten soll, dass in der Natur alles festgelegt ist, versteht nur, wer sich vor Augen führt, wie Naturgesetzlichkeit in der Entwicklung von Philosophie und Wissenschaft begriffen wurde. Michael Hampe hat eine kurze Geschichte des Naturgesetzbegriffs von der Antike bis zur Gegenwart geschrieben. Sie zeigt, daß es nie nur ein einziges einheitliches und "reines" Verständnis der Naturnotwendigkeiten gegeben hat, sondern immer auch theologische, juristische und moralische Ideen unser Naturverständnis geprägt haben und bis heute bestimmen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.07.2008

Rezensent Olaf Breidbach, als Inhaber des Lehrstuhls für Geschichte der Naturwissenschaften an der Universität Jena wohl mit der Thematik vertraut, preist Michael Hampes "Kurze Geschichte des Naturgesetzbegriffs" als lohnenswerte Lektüre an. Hampe, Professor für Philosophie an der ETH Zürich, analysiert darin die Wandlung der Vorstellung, was ein Naturgesetz ist und was es bedeutet und er greift damit in den Augen des Rezensenten die interessante Frage auf, inwieweit sich die Naturwissenschaften mit dem Auffinden von Naturgesetzen aus den "Unwägbarkeiten des Historisch-Kulturellen" herauslösen. Der Autor schließe in vielen Einzelbetrachtungen, beispielsweise zu Kants a priori gesetzten Naturgesetzen oder Ernst Haeckels empirisch abgeleiteten Naturgesetzen, an aktuelle Debatten der Forschung an und biete einen Ansatz, von dem aus nun weitere, "notwendige Tiefenbohrungen" erfolgen könnten, so Breidbach angetan.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.05.2008

Ist der Mensch durch die Natur determiniert oder kann er sich frei entscheiden? Zur Problematik des Naturgesetzbegriffs hat der Philosophiedozent Michael Hampe ein Buch geschrieben, das Rezensent Franz Mauelshagen als einen wichtigen Beitrag zur interdisziplinären Verständigung begreift. Allerdings merke man dem Buch passagenweise an, dass es das Ergebnis eines umgearbeiteten Manuskripts ist, das ursprünglich noch anderen Fragestellungen nachging. Für Mauelshagen wird das besonders deutlich an Hampes Untersuchung des Gesetzesbegriffs der Antike. Dennoch findet der Rezensent das Buch "lesenswert, lehrreich" und in seiner Gründlichkeit überzeugend.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.12.2007

Sehr positiv hat Rezensent Helmut Mayer diese "kleine Geschichte des Naturgesetzbegriffs" von Michael Hampe aufgenommen. Mit großer Zustimmung quittiert er dessen Kritik an der Naivität in der Philosophie und den Wissenschaften, die zum Beispiel in den modernen Neurowissenschaften bei unreflektierter Verwendung der Begriffe der Determiniertheit und Naturgesetzlichkeit anzutreffen ist. Dass Hampe nur auf einen kleinen Teil der Quellen zurückgreift, findet Mayer in Ordnung, ja er begrüßt diesen "Willen zur Knappheit". Zumal es dem Autor in seinen Augen wunderbar gelingt, die Entwicklungslinien des Naturgesetzbegriffs von Platos "Timaios" bis zu neueren Arbeiten von Wissenschaftshistorikern als philosophische Begriffsgeschichte einprägsam vor Augen zu führen.
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