"Blöde Kuh, albernes Kalb, dämlicher Ochse" ? das sind unsere sprachlichen Anlehnungen an die Gattung Bos Taurus, die Rinderartigen. Was aber steckt wirklich hinter den Rindern, die uns Nahrung, Kleidung und Kraft zur Verfügung stellen und seit mehr als 10000 Jahren den Menschen auf seinem Weg von der Steinzeit ins moderne Heute begleiten? Michael Brackmann versteht es, auf ebenso informative wie unterhaltsame Weise, die Geschichte der Rinderartigen zu erzählen und 40 Rassen anschaulich vorzustellen. Dabei reduziert er die Rassen nicht wie üblich auf quantifizierbare, mess- und wägbare Eigenschaften, sondern beschreibt die Rassen anhand ihrer Geschichte ? wobei weder Fakten noch Humor zu kurz kommen.
`Ein sympathisches Brevier für den aufgeschlossenen Landmann`, so Wolfgang Müller, der damit den Leserkreis für dieses `andere Kuhbuch` gewissermaßen einschränkt. Gemeint sind auch alle Kuh- und Rinderfreunde, die in diesem lehrreichen Buch viel Wissenswertes auf vergnügliche Weise erfahren, wie Müller meint. Beispielsweise, dass die Urform des Rinds, der Auerochse, vermutlich bereits im Jahr 1627 ausgestorben ist. Brackmann datiere die Anfänge der Rinderdomestikation auf die Zeit vor 10.000 Jahren - eine umstrittene These, wie Müller zugibt. Nicht die Erfindung des Rads, sondern die Rinderzucht habe den Menschen zur Bildung von Hochkulturen befähigt, erläutert der Rezensent die These des Autors zum Evolutionsprozess weiter. Sie garantierte Nahrung und Kleidung. Insgesamt vierzig Rinderrassen stellt der Autor laut Müller näher vor (600 sind gezüchtet worden); kleine Illustrationen wechselten sich mit Comics ab, die das Mensch-Tier-Verhältnis liebevoll abhandelten.
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