Ein Lexikon zum Themenkomplex "Gender Studies/Geschlechterforschung" ist im deutschsprachigen Raum konkurrenzlos. Seine Notwendigkeit ergibt sich aus der bahnbrechenden Entwicklung der Gender Studies seit den 1960er Jahren. Ihre vielfältigen Denkansätze und Forschungsrichtungen wie z. B. Frauenforschung, Women's Studies, Men's Studies und Queer Studies gründen auf der Erkenntnis, dass "gender" eine elementare Analysekategorie in den Geistes- und Kulturwissenschaften ist, die eine Revision des Wissenschaftsverständnisses notwendig macht. Dieses Lexikon spiegelt den aktuellen Forschungsstand der Gender-Theorien in den einzelnen wissenschaftlichen Bereichen wider.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.01.2003
Nicht wirklich einverstanden ist die Rezensentin Wiebke Hüster mit der Auswahl, die die Herausgeberin dieses Lexikons zur Gender-Thematik getroffen hat. Oft erscheint ihr die Gewichtung verfehlt und die Auswahl beliebig, was nach Meinung der Rezensentin unter anderem eine Verzerrung der "Maßstäbe ästhetischer Beurteilung" zur Folge hat. Auch findet Hüster problematisch, dass zum Beispiel einer Autorin wie Marilyn French derselbe Platz eingeräumt wird wie Sigmund Freud. Ein weiteres Problem sieht die Rezensentin in dem viel zu universellen Anspruch des Lexikons und in einem Übergewicht von ideologischem Sendungsgewusstsein. Hier verortet sie eine mangelnden Skepsis gegenüber der eigenen Forschungsdisziplin - so fehlt ihr ein Eintrag zu "gender scepticism" und es sich für die Rezensentin trotz eines gewissen Nutzwertes die Frage nach dem Sinn eines solchen Lexikons.
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