Maximilian Dorner

Mein Dämon ist ein Stubenhocker

Aus dem Tagebuch eines Behinderten
Cover: Mein Dämon ist ein Stubenhocker
Zabert und Sandmann Verlag, München 2008
ISBN 9783898831987
Gebunden, 165 Seiten, 16,95 EUR

Klappentext

Maximilian Dorner ist jung und begabt, gut aussehend und erfolgreich. Er genoss das Leben und hatte ehrgeizige Pläne. Dann war plötzlich alles anders. Vor zwei Jahren erfuhr Dorner, dass er Multiple Sklerose hat und sein restliches Leben auf starke Medikamente und Hilfe angewiesen sein wird. Dorner ist behindert - und fühlt sich auch so. Für die größte Behinderung hält Maximilian Dorner das Schweigen und Verstecken - gleich von wem, behindert oder nicht. In seinem "Tagebuch eines Behinderten" schreibt er daher über die Fragen seines neuen Alltags: Schaffe ich noch den Weg bis zur nächsten Ampel? Können Brille, Stock oder Rollstuhl ein Teil von mir werden? Bin ich nun der Typ mit dem Stock oder der mit den braunen Augen? Warum fahr ich Wahnsinniger jetzt nach Lanzarote? Und woran messe ich Erfolg? Warum schäme ich mich eigentlich ? und muss ich jetzt tapfer sein? Wie kommt es, dass meine Behinderung solche Kräfte freisetzt?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.08.2008

Viel Respekt bringt Annika Müller dem Buch und seinem an Multiple Sklerose leidenden Autor Maximilian Dorner entgegen. Wenn der Autor mit seinen "Dämonen" kämpft, ist Müller dabei und sammelt Denkanstöße, auch ohne körperliches Gebrechen. Über Dorners Schläue, seinen Humor und seinen Trotz im Alltag kann Müller nur staunen. Und sie hält den Autor für einen exzellenten Beobachter und Sprachjongleur. In Müllers Augen verhindert Dorners Stilsicherheit, dass der Text wehleidig gerät, zynisch oder allzu tapfer. Für Müller als Leserin zugleich die Gewähr dafür, nicht zum Voyeur zu werden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.07.2008

Maximilian Dorners "Tagebuch eines Behinderten" gehört für Verena Mayer weder in die Trostecke noch zur Betroffenheitsprosa, denn ihrer Meinung nach stellt es vor allem ein glänzendes "literarisches Werk" dar. Der Autor beschreibt darin sehr genau und ohne "Larmoyanz", wie sich sein Leben mit der Krankheit Multiple Sklerose verändert und mit welchen Schwierigkeiten, seien sie mitmenschlicher oder ganz praktischer Art, er zu kämpfen hat. Dabei kommt es der Rezensentin so vor, dass sich Dorner bei fortschreitender körperlicher Einschränkung intellektuell in immer größere Höhen schwingt und zwischen allerlei Reflexionen beispielsweise zu "Krankheit und Schuld" zu geradezu "philosophischen" Einsichten kommt. Dieses Buch lehrt nicht nur, wie es ist, in unserer Gesellschaft als Behinderter zu leben, es gibt auch Aufschluss über das "Menschsein" an sich und den Kampf gegen die eigene Vergänglichkeit, so Mayer beeindruckt.
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