Max Annas

Finsterwalde

Roman
Cover: Finsterwalde
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2018
ISBN 9783498074012
Gebunden, 400 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

So könnte es kommen, vielleicht schon sehr bald: Die EU gibt es nicht mehr. Überall in Europa haben Nationalisten und Fremdenfeinde das Sagen. Leute ohne deutschen Pass werden aus ihren Wohnungen abgeholt, Staatsbürgerschaften aufgekündigt. Die meisten Deutschen mit fremden Wurzeln befinden sich in Übergangslagern, sie hoffen auf eine internationale Lösung, ein Abkommen mit einem Land, das sie aufnehmen wird. Doch auch die korruptesten Regimes weigern sich. Zu schlecht integrierbar, heißt es. Was sie meinen ist: zu viel aufrührerisches Potential.
In Finsterwalde, einer geräumten Provinzstadt, hat man Tausende Schwarze kaserniert. Unter ihnen Marie mit ihren beiden Kindern. Die Versorgung ist spärlich, die Grenzzäune sind streng bewacht, Strukturen müssen erst noch geschaffen werden. Die Devise heißt Überleben. Da geht das Gerücht, in Berlin seien drei schwarze Kinder zurückgeblieben, vergessen von allen. Marie beschließt, einen Weg aus dem Lager zu finden, um die drei vor dem sicheren Tod zu retten...

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 19.07.2018

Nach seinen letzten drei Erfolgen gilt Max Annas im Genre inzwischen als arriviert. Mit "Finsterwalde" beweist der Autor, dass er nicht nur spannende Thriller schreiben kann, sondern auch überraschende, ungewöhnliche, lobt Rezensent Tobias Gohlis. Der Aspekt, welcher Annas' Geschichte von der eines herkömmlichen Thrillers unterscheidet, ist die Motivation seiner Figuren, erklärt Gohlis. Nicht um das eigene Überleben kämpften diese nämlich, sondern um das der Unterlegenen. In diesem Fall sind es ein paar kleine Kinder, die in einem Bunker in Berlin eingeschlossen sind. In einem von faschistoiden Kräften beherrschten Deutschland begibt sich die schwarze Protagonistin auf die Suche nach ihnen. So wird Max Annas für den Kritiker auch zum "politischen Geografen der mentalen Lager", die es zu verlassen gilt.
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