Der soziologische Diskurs der Moderne steht in einem spannungsreichen Verhältnis zum politischen Ethos der Menschenrechte. Matthias König liefert eine gebündelte Darstellung der Positionen von Durkheim und Weber zum modernen Menschenrechtsethos und beleuchtet damit einen der politisch-philosophischen Aspekte der klassischen Soziologie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.04.2002
Der Sachverhalt alleine, dass bei den Klassikern der Soziologie, der Priorität nichtnormativer Beobachtung zum Trotz, die Frage der Menschenrechte eine Rolle spielte, mag schon überraschen, meint der Rezensent Stefan Breuer. Dennoch sei die Frage nach den gesellschaftsstrukturellen Voraussetzungen wie den Folgen der Institution eine eminent soziologische. Matthias König ist den Antworten, die Durkheim und Weber darauf geben, nachgegangen. Der erste Teil ist Durkheim gewidmet und im Zentrum von Königs Analyse stehen, so Breuer, dessen Untersuchungen zum "Kult des Individuums". Die Menschenrechte erscheinen bei Durkheim als die "letzten konsensfähigen Werke der modernen Gesellschaft". Der zweite Teil zu Max Weber zeige, wie stark die Menschenrechte der "zentrale Bezugspunkt" von dessen politischer Philosophie waren. Breuer lobt die Untersuchung als "dicht geschrieben" und "sachkundig", fragt allerdings, ob sich König die Fragestellungen nicht zu stark von den Gegenständen hat diktieren lassen.
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