Matthew Sharpe

Eine amerikanische Familie

Roman
Cover: Eine amerikanische Familie
Aufbau Verlag, Berlin 2005
ISBN 9783351030209
Gebunden, 336 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Verena von Koskull. Matthew Sharpes erzählt Roman von den heiklen Banden, die Eltern und Kinder zusammenhalten. Nicht zuletzt spiegelt er die große Verunsicherung im heutigen Amerika wider, den Vertrauensverlust in Obrigkeiten und das mentale Leid einer nach außen hin starken Nation. Doch in erster Linie erzählt er eine ebenso komische wie rührende Familiengeschichte.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.12.2005

Rezensent Christian Staas zeigt sich allenfalls ein wenig amüsiert über Matthew Sharpes Buch; Begeisterung angesichts der Geschichte, die "selten wirklich ergreifend" sei, kann er nicht aufbringen. Sharpe lässt eine amerikanische Familie von einem Unglück ins anders stolpern: Der Überdosis Antidepressiva, die der Vater schluckt folgen eine Drogenkarriere des Sohnes und der fanatische Katholizismus der Tochter. Jeden Misserfolg seiner Figuren greife Sharpe "genüsslich" als "Futter für einen neuen Gag" auf. "Spektakulär" wird das Buch dadurch allemal, meint der Rezensent, nur hat es der Autor für seinen Geschmack ein wenig zu eilig, seine Pointen loszuwerden. Im Ergebnis stelle sich das Gefühl ein, der Roman sei "eine Art Literatur in Anführungszeichen", in dem der Autor sich auch noch sprachlich "verheddert". Wer den "schnoddrigen Helden" sucht, ist mit Salinger besser dran, wer mehr über die amerikanische Familie oder jugendlichen Sarkasmus erfahren will, soll, so rät der Kritiker, lieber zu den "Korrekturen" Jonathan Franzens oder "Trainspotting" greifen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.06.2005

Einen "solide erzählten" Familienroman erblickt Rezensent Hardy Reich in Matthew Sharpes "Eine amerikanische Familie". Den "denkbar unoriginellen" deutschen Titel führt er auf die gegenwärtig große Beliebtheit amerikanischer Familienromane zurück - damit jeder gleich merkt, dass Sharpes Buch in diese Kategorie gehört. An die Erfolgsromane von Jonathan Franzen oder Jeffrey Eugenides reicht Sharpes Roman nach Reichs Einschätzung allerdings "nicht wirklich" heran, vergleichen lässt er sich eher mit Rick Moodys "Der Eissturm" und dessen Verfilmung von Ang Lee. Sharpes Roman um einen Familienvater, der sich nach dem Erwachen aus dem Koma auf der geistigen Ebene eines Vierjährigen wiederfindet und von seinen Kindern mühevoll wieder an das Erwachsenenleben herangeführt wird, zeichnet sich für Reich insbesondere durch Szenen von "beträchtlicher Komik" aus, "die nicht selten einen Stich ins Makabre haben, aber zugleich auch recht anrührend sein können". Reich moniert zwar einige "Unwahrscheinlichkeiten der Handlung" sowie die teilweise klischeehafte Zeichnung der Personen. Trotzdem hat ihm Sharpes Roman insgesamt gut gefallen, was vor allem an seiner "überzeugende Mischung aus Ironie und Warmherzigkeit" liegt.
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