Barry Hannah

Gegenüber dem Himmel

Roman
Cover: Gegenüber dem Himmel
Aufbau Verlag, Berlin 2003
ISBN 9783351029739
Gebunden, 348 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Teja Schwaner. Eagle Lake, eine beschauliche Gemeinde im US-Bundesstaat Mississippi: alte kauzige Män-ner bestimmen das Bild. Sie sitzen am See und angeln, treffen sich in Leons Bar oder Peppers Laden. Die Idylle gerät ins Wanken, hinter den Schrulligkeiten der Alten und den skurrilen Masken der Jüngeren kommen Verrücktheit, Verrat und Verbrechen zum Vorschein. In der Tradition William Faulkners entwirft Hannah ein Südstaatenszenario, das real und gleichnis-haft angelegt ist. Brillant, humorvoll und nachdenklich beschreibt der Autor das Leben am See als eine wilde Mischung aus Erinnerungen, Geschichten und Gerüchten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.08.2003

Eher unverständlich erscheint Gisa Funck, warum von Barry Hannah bislang nichts auf Deutsch vorliegt, obwohl der in Amerika vielgerühmte "postmodern gothic novelist" Hannah, der als einer der letzten wilden Literaten der Südstaaten gilt, insgesamt neun Romane und drei Erzählungsbände veröffentlicht hat. Ob es an seinem ausschweifenden Lebenswandel liegt, fragt sich Funck, oder vielmehr an seiner rauschhaften multiperspektivischen Schreibweise, die eine Lektüre seiner Bücher nicht immer ganz einfach macht? So gesehen findet Funck zwar die Initiative des Aufbau-Verlages begrüßenswert, zieht jedoch die Auswahl des ersten auf deutsch vorliegenden Romans von Hannah in Zweifel. Es ist zugleich sein jüngster, erläutert Funck, und schon der deutsche Titel sei irreführend harmlos, weil doch eigentlich ein provinzielles Höllenszenario beschrieben würde - mit allerlei postmodernen Mätzchen, wie Funck kritisiert. Hannah liebe das Spiel mit Andeutungen, denen man Bedeutung zumessen könne - oder nicht. "So wie man auch an Geister glauben kann oder nicht", stellt Funck lakonisch fest. Funcks skeptischer Geist stört sich außerdem an den vielen abschweifenden Reflexionen und Bekenntnismonologen, die ihr das Buch eher als eine "Parade kurioser Charaktere" denn als guter Roman erscheinen lassen.