In der aktuellen Diskussion über Zuwanderung spielen die Massenmedien eine Schlüsselrolle. Sie filtern für die Meinungsbildung wichtige Informationen und beeinflussen so das Bewusstsein der Menschen, denen sich die gesellschaftliche Realität zunehmend über die Rezeption von Medien erschließt. Medien liefern nicht nur (Zerr-)Bilder von Migrant(inn)en und ethnischen Minderheiten, die das Denken und Handeln der Einheimischen negativ beeinflussen, sondern prägen auch deren Haltung im Hinblick auf Modelle für das Zusammenleben zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion, indem sie Möglichkeiten bzw. Grenzen der Integration ausloten und öffentliche Debatten darüber organisieren. Eine kritische Medienpädagogik und die interkulturelle Medienbildung gehören daher zu Kernelementen politischer Bildung in der Einwanderungsgesellschaft.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.02.2007
Wichtige Denkanstöße zum Thema Medien und Migration, aber auch zur eigenen Wahrnehmungsweise hat sich Sabine Pamperrien von diesem aktualisierten Sammelband geben lassen. Den "harschen Befund" der Herausgeber sieht sie in Beiträgen zum Verhältnis migrationsrelevanter Berichterstattung und politisch-ökonomischer Bedingungen oder zur ideologischen Durchdringung medialer Darstellung einleuchtend erläutert. Von der ihr unangenehm aufgefallenen "oft einseitigen Polemik" der Autoren einmal abgesehen erscheinen der Rezensentin die zusammengetragenen Fakten als Basis eben derjenigen differenzierten Betrachtung des Problems, die die Medien ihrer Meinung nach zuwege bringen müssten.
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