Klappentext
Juden sind meist nur zu bestimmten Anlässen in der deutschen Öffentlichkeit präsent. Etwa dann, wenn der Opfer der NS-Verbrechen gedacht wird oder die politische Lage in Nahost eskaliert. Die Realität jüdischen Lebens erscheint dadurch verzerrt. Wer wissen will, was Juden wirklich beschäftigt, wie sie auf sich selbst und dieses Land blicken, muss ihnen zuhören, wenn sie miteinander sprechen. Die Redakteure der "Jüdischen Allgemeinen" Mascha Malburg und Joshua Schultheis haben jeweils vier Juden für zehn Gespräche zusammengebracht: Juden, die aus der Ukraine und Russland emigriert sind, und Juden, deren Familien seit Generationen hier leben. Juden aus New York oder Tel Aviv, die in Berlin eine Heimat gefunden haben, und Juden, die ihre ostdeutschen Städte nicht der AfD überlassen wollen. Aschkenasische und misrachische, queere und patrilineare Juden. Gemeinsam bilden die Interviews ein einzigartiges Kaleidoskop der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 19.06.2026
Rezensent Jens Rosbach erfährt in dem von Mascha Malburg und Joshua Schultheis kompilierten Gesprächsband, was Juden in Deutschland denken. In den abgedruckten Gesprächen zwischen jüdischen Menschen, die in Deutschland leben oder aus Deutschland nach Israel ausgewandert sind, geht es um die AfD und den Krieg in Gaza, dabei werden sowohl unpopuläre Ansichten wie populäre Mehrheitsmeinungen, Hoffnungen und Ängste offenbar, erklärt Rosbach. Die große Offenheit in den Gesprächen ist für ihn verblüffend und erhellend, weil sie viele Klischees in und um die jüdische Community konterkariert. Dass im Buch biografische Infos zu den Sprechenden fehlen, findet Rosbach allerdings schade.
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