Mary Shelley

Streifzüge durch Deutschland

Cover: Streifzüge durch Deutschland
Morio Verlag, Heidelberg 2018
ISBN 9783945424650
Gebunden, 200 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Mary Shelley reiste in den Jahren 1840 und 1842 zwei Mal durch Deutschland, an Rhein, Mosel, Main und Saale entlang. In ihren 1844 erschienen Reisebriefen gibt sie einen anschaulichen Bericht. Wir Leser kuren mit Mary Shelley längere Zeit in Bad Kissingen, sind begeistert von den Kunstsammlungen in Berlin, erleben eine peinigende Hitzewelle in Dresden oder bewundern die einzigartige Landschaft der Sächsischen Schweiz. Wir blicken auf zahlreiche geschichtsträchtige Orte, Ruinen, Monumente und Schlachtfelder, lernen überraschende deutsche Sitten einer vergangenen Zeit kennen, und obwohl wir es mit einem vorindustriellen Deutschland zu tun haben, erleben wir bereits den frühen Alltag eines damals nagelneuen Verkehrsmittels: der Eisenbahn. Der reich illustrierte Band "Streifzüge durch Deutschland" präsentiert Mary Shelleys Reiseskizzen erstmals auf Deutsch.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 20.01.2018

Nachdem sich 170 Jahre lang kein deutscher Verlag für Mary Shelleys "Streifzüge durch Deutschland und Italien" interessiert hat, erscheint das Werk nun in gleich zwei Verlagen, freut sich Rezensent Wieland Freund, leider ohne über die Vorzüge der jeweiligen Ausgabe und Übersetzung zu informieren. Günstiger, aber auch um die Streifzüge durch Italien gekürzt ist die Edition des Morio-Verlags, verrät der Kritiker immerhin. In jedem Fall scheint sich Freund vergnügt auf Shelleys Spuren begeben zu haben: In dem zwanzig Jahre nach dem "Frankenstein" verfassten Werk liest er, wie Shelley nach Jahren der Drangsal durch ihren Schwiegervater ihren einzigen überlebenden Sohn Percy Florence auf dessen Reise begleitet, dabei hin- und hergerissen zwischen deutscher Romantik und Moderne rheinische Burgen ebenso wie preußische Züge bewundert und kopfschüttelnd deutsche Gepflogenheiten bestaunt: Wenn Shelley mutmaßt, dass deutsches Übergewicht wohl im übermäßigen und sich weit in den Tag ziehenden Verzehr von Bratkartoffeln begründet liegen mag, kann sich der Kritiker das Schmunzeln nicht verkneifen.