Mary Gaitskill

Die Stute

Roman
Cover: Die Stute
Klett-Cotta Verlag, Suttgart 2017
ISBN 9783608981094
Gebunden, 541 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Barbara Heller und Rudolf Sorge. Velvet wohnt mit ihrer alleinerziehenden Mutter ohne Englischkenntnisse und dem jüngeren Bruder in einem Armenviertel New Yorks. Sie ist elf Jahre alt, als sie im Rahmen eines Austauschprogramms ins idyllische Rhinebeck kommt. Velvets dunkle Hautfarbe fällt in dem wohlhabenden, weißen Wohnort sofort auf; zudem eckt das Mädchen mit seinem vorlauten Verhalten überall an. Doch Gastmutter Ginger empfängt Velvet mit offenen Armen. Nach ihrem Aufenthalt bricht der Kontakt zwischen den beiden nicht ab. Aber erst eine menschenscheue Stute lässt Velvet wachsen und begreifen, worauf es im Leben wirklich ankommt.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.03.2017

"Die Stute" ist mehr als ein Pferdebuch, betont Rezensentin Jenny Friedrich-Freksa. Mary Gaitskill erzählt darin die Geschichte eines Mädchens, das bei einem Pferd bekommt, was sie bei den Menschen um sich herum, nicht finden konnte, lesen wir: Vertrauen und Nähe. Sensibel und gefühlsbetont, mitunter vielleicht etwas zu gefühlsbetont, erzähle die Autorin von der 11-jährigen Velvet, ihrer überforderten Mutter, die zum Thema bereuter Mutterschaft "fuck motherhood" sagen würde und dem weißen Mittelschichtspaar, das das kleine schwarze Mädchen mit der zornigen Stute zusammenbringt, die Velvet ihr Selbstwertgefühl und ihr Vertrauen in sich selbst zurückgeben wird. Mädchen und Pferd begegnen sich auf einer anderen Ebene als der von Skepsis und Misstrauen geprägten zwischenmenschlichen Beziehungen, sie verstehen sich ohne Worte und gewinnen gegenseitiges Vertrauen. Eine berührende, feinfühlig erzählte Geschichte, so Friedrich-Freskas abschließendes Urteil.
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