Mit zahlreichen Abbildungen. Gerade mal 21 Jahre alt war Nathaniel Wallich, als er 1807 von Kopenhagen aufbrach, um als Arzt in Dänisch-Ostindien zu arbeiten - seine wahre Leidenschaft galt jedoch von Beginn an dem Reich der Flora. Dabei bewies er ein solches Geschick, dass er schon bald den botanischen Garten in Kalkutta leitete, Forschungsreisen in die entlegensten Winkel Asiens und Südafrikas unternahm und zu einem der bekanntesten Pflanzenkundler seiner Zeit wurde. Der Historiker Martin Krieger skizziert das bewegte Leben eines großen Dänen mit norddeutschen Wurzeln auf der Grundlage seines Briefnachlasses. Dieser ist nicht nur für die Botanikgeschichte von großer Bedeutung, sondern bietet darüber hinaus einen sehr persönlichen Einblick in ein Stück erlebter Globalgeschichte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.05.2018
Thomas Weber liest das Buch des Historikers Martin Krieger über den dänischen Botaniker Nathaniel Wallich als weitgehend gelungenes Panorama des Alltags kolonialer Wissenschaft. Einige Facetten übergeht der Autor laut Rezensent allerdings bedauerlicherweise. So kann der Autor zwar Wallichs (eher wenig spektakuläre) Bedeutung für die Botanik treffend herausarbeiten und anhand seiner "hervorragenden" Nutzung der Quellen (Wallichs Korrespondenz vor allem) ein lebendiges Bild des Wissenschaftlers zeichnen. Indien als Wirkungsstätte Wallichs bleibt laut Rezensent jedoch leider farblos. Und auf einen kritischen Blick auf Wallichs Arbeitgeber, die Ostindien-Kompagnie, muss Weber leider auch verzichten.
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