Martin Kintzinger

Die Erben Karls des Großen

Frankreich und Deutschland im Mittelalter
Cover: Die Erben Karls des Großen
Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2005
ISBN 9783799501507
Gebunden, 208 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Karl der Große oder Charlemagne? Auf den großen fränkischen Kaiser berufen sich zwei Nationen als ihren Gründervater. Die Nationen von Frankreich und Deutschland sind keine ewigen geschichtlichen Gegebenheiten, sondern zwei Reiche, die sich aus einem gemeinsamen Ursprung entwickelt haben. Den Prozess ihrer Trennung und ihres Selbständigwerdens beschreibt Martin Kintzinger in gewohnt klarer und lebhafter Weise.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.05.2005

Nicht wirklich zufrieden zeigt sich Michael Borgolte mit diesem Essay Martin Kintzingers, der in einunddreißig Skizzen das Verhältnis Frankreichs und Deutschlands im Mittelalter beleuchtet. Kintzinger beginne mit der "modernen Sicht auf das Mittelalter" und einer Reflexion über "Vergangenheit und Mythos", um dann die Entwicklungen zwischen Karl dem Großen und Herzog Karl dem Kühnen zu verfolgen und Einblicke in Religiosität, Kultur und Bildung, Adel, Handel und Städtewesen zu geben. Die Anlage des Ganzen erscheint Borgolte "nur teilweise durchdacht". Schwerwiegender aber findet er einige Missgriffe bei der Interpretation, die Kintzinger unterlaufen, weil er die Gefahren beim Verfassen eines wissenschaftlichen Textes ohne Anmerkungen manchmal unterschätze und sich auf die täuschende Gewissheit seiner Erinnerung verlasse. Borgolte rügt in diesem Zusammenhang insbesondere Kintzingers Behauptung, dass Einhard, der Vertraute und Biograf Karls des Großen, ein gewichtiger Gewährsmann für die "europäische Dimension" der Herrschaft Karls gewesen sei. Eine Fehlinterpretation hält Borgolte dem Autor zudem bei seiner Deutung der Lechfeldschlacht vor.
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