Karl der Große oder Charlemagne? Auf den großen fränkischen Kaiser berufen sich zwei Nationen als ihren Gründervater. Die Nationen von Frankreich und Deutschland sind keine ewigen geschichtlichen Gegebenheiten, sondern zwei Reiche, die sich aus einem gemeinsamen Ursprung entwickelt haben. Den Prozess ihrer Trennung und ihres Selbständigwerdens beschreibt Martin Kintzinger in gewohnt klarer und lebhafter Weise.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.05.2005
Nicht wirklich zufrieden zeigt sich Michael Borgolte mit diesem Essay Martin Kintzingers, der in einunddreißig Skizzen das Verhältnis Frankreichs und Deutschlands im Mittelalter beleuchtet. Kintzinger beginne mit der "modernen Sicht auf das Mittelalter" und einer Reflexion über "Vergangenheit und Mythos", um dann die Entwicklungen zwischen Karl dem Großen und Herzog Karl dem Kühnen zu verfolgen und Einblicke in Religiosität, Kultur und Bildung, Adel, Handel und Städtewesen zu geben. Die Anlage des Ganzen erscheint Borgolte "nur teilweise durchdacht". Schwerwiegender aber findet er einige Missgriffe bei der Interpretation, die Kintzinger unterlaufen, weil er die Gefahren beim Verfassen eines wissenschaftlichen Textes ohne Anmerkungen manchmal unterschätze und sich auf die täuschende Gewissheit seiner Erinnerung verlasse. Borgolte rügt in diesem Zusammenhang insbesondere Kintzingers Behauptung, dass Einhard, der Vertraute und Biograf Karls des Großen, ein gewichtiger Gewährsmann für die "europäische Dimension" der Herrschaft Karls gewesen sei. Eine Fehlinterpretation hält Borgolte dem Autor zudem bei seiner Deutung der Lechfeldschlacht vor.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Botho Strauß: Bleiben und Blicken In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…