In den frühen Morgenstunden eines Herbsttages begehen drei Männer am Ufer eines Sees ein Verbrechen. Einer von ihnen gibt später zu Protokoll, was in der Nacht geschah - und will nur passiver Mitläufer gewesen sein. "Septemberleuchten" ist ein Roman über die archaische Dynamik von Angst und Gewalt und dabei ein Kriminalstück mit unwiderstehlicher Sogwirkung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.11.2009
Rezensentin Sibylle Saxer hat in Abgründe gesehen bei dieser Lektüre. Dabei erscheint ihr der Ton des kleinen Romans von Martin Gülich eher lakonisch, seine sprachliche Form in indirekter Rede und im Konjunktiv mindestens schwierig. Dem überraschenden Sog der Geschichte um vier Männer am See, von denen einer am Ende erst fast zu Tode gequält und dann lebendig verscharrt wird, kann sich die Rezensentin allerdings nicht entziehen. Die latente Spannung, die sich schließlich als Aggressivität scheinbar grundlos entlädt, erfährt Saxer als beklemmend. Seine nachhaltige Wirkung erhält der Text für sie aus der virtuosen sprachlichen Gestaltung des düsteren Szenarios.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.11.2009
Elisabeth Dietz scheint es kalt den Rücken runterzulaufen. Zwar bleibt Martin Gülichs Roman doch sehr im Ungefähren, was Geschichte und Umstände des Geschehens betrifft, dem der Leser beiwohnt oder eher nicht, denn der wird, so Dietz, auf Distanz gehalten, bleibt unterinformiert und durch eine magere Sprache, einen Protokollstil, außen vor. Dennoch kann Dietz nicht wegschauen, wenn sich als Folge "gewisser Verstrickungen" ein Spiel von Angst und Macht zwischen vier Männern am See entspinnt. Dietz spürt die Dynamik der Grausamkeiten, ohne dass Gülich in die Details gehen müsste. Es genügt eine eigentümliche "Vermischung der Begriffe" und die betonte Harmlosigkeit der Worte und der Folterinstrumente, um die Rezensentin das Gruseln zu lehren.
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