Martin Andree
Krieg der Medien
Dark Tech und Populisten übernehmen die Macht

Campus Verlag, Frankfurt am Main 2025
ISBN 9783593520988
Gebunden, 256 Seiten, 28,00 EUR
ISBN 9783593520988
Gebunden, 256 Seiten, 28,00 EUR
Klappentext
Wir können ihn täglich beobachten - den immer härteren und schrilleren Krieg um Macht und Vorherrschaft in den digitalen Medien. Doch wer kämpft eigentlich gegen wen? Der international renommierte Medienwissenschaftler Martin Andree zeigt, wie eine Koalition aus Dark Tech, Trump und Rechtspopulisten offen nach autokratischer Macht greift. Über digitale Monopole kontrolliert sie zunehmend die Öffentlichkeit. Mit jedem Tag wird es schwerer, unsere freie Welt noch zu retten. Werden wir das Ruder noch herumreißen? Oder wird diewestliche Welt in Spaltung, Chaos oder gar Bürgerkrieg enden?
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info)
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 26.08.2025
Der hier rezensierende Medien- und Kommunikationswissenschaftler Stephan Weichert liest Martin Andrees neue Streitschrift als wuchtigen Weckruf. Der Kölner Medienwissenschaftler warnt vor der "Dark Tech"-Macht, also jenen unregulierten Konzernen, die unsere Diskurse algorithmisch steuern. Ganze 184 Mal fällt dieser Begriff, staunt der Kritiker - und stets ist klar: "Im Krieg um die Medien gewinnen gerade die Dark-Tech-Konzerne." Andree zeigt, wie Populisten und Plattformlogik ineinandergreifen, befeuert durch Figuren wie Trump oder Peter Thiel. Für Weichert ist das kein nüchternes Sachbuch, sondern "ein kämpferisches Manifest", das LeserInnen aufrütteln will. Zwar bleibt Andree konkrete Lösungen schuldig, doch er skizziert eine Vision: eine digitale Öffentlichkeit, die Relevanz über Reichweite stellt. Wer verstehen will, warum demokratische Souveränität akut gefährdet ist, findet hier eine drastische, polemische, aber dringliche Analyse.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 23.08.2025
Einen wichtigen Aufruf hoffentlich noch zur rechten Zeit vernimmt Rezensentin Vera Linß in diesem Buch. Martin Andree schreibt darin über die Versuche der großen Tech-Konzerne, die Demokratie auszuhebeln, indem ein an wissenschaftlichen und journalistischen Standards orientierter Diskurs durch Influencer-Quatsch und Aufmerksamkeitsmagneten a la Trump ausgehebelt wird. Ziel ist dabei, glaubt Andree laut Linß, die Propagierung libertärer Ideen mithilfe eines ahistorischen Begriffs bedingungsloser Meinungsfreiheit. Ein bisschen arg polemisch formuliert Andree hier und da schon, meint Linß, die allerdings weitgehend einverstanden ist mit Andrees Diagnose und auch mit den hier propagierten Lösungsvorschlägen viel anfangen kann: Das Monopol der Tech-Giganten soll zerschlagen werden, ihre Websites sollen denselben Kontrollinstanzen unterworfen werden wie klassische Medien.
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