Mit Fotos von Nora Schoeller. Die Häuser der Gründerzeit (ca. 1840-1918) prägen das Wiener Stadtbild bis heute. Reich gegliederte Fassaden, mächtige Portale, bunt verflieste Eingangsfoyers und hohe Räume sind die Markenzeichen des Wiener Zinshauses. Das Spektrum reicht vom Nobelpalais über das bürgerliche Miethaus bis zum Massenzinshaus. Der neue Bautyp bringt standardisierte Wohnungen hervor, ermöglicht vielfältige Nutzungen und vereint Mieter*innen unterschiedlicher sozialer Schichten unter einem Dach. Das Buch erzählt die Kulturgeschichte des Wiener Zinshauses als komplexes Zusammenspiel von Architektur- und Sozialgeschichte, Stadtentwicklung und ökonomischen Faktoren. Historisches Bildmaterial und aktuelle Aufnahmen von Nora Schoeller illustrieren das Thema.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.09.2023
Rezensent Michael Mönninger sieht dem Bildband der Kunsthistoriker Marion Krammer, Andreas Nierhaus und Margarethe Szeless die ein oder andere Ungenauigkeit zähneknirschend nach. Auch der Umstand, dass die Autoren ihr "Riesenthema" nur ausschnitthaft beleuchten können, scheint Mönninger verzeihlich. Davon abgesehen nämlich kreisen die Autoren den Wiener Bauboom ab Ende des 19. Jahrhunderts kunst-, architektur-, wirtschafts- und auch sozialhistorisch ein, erklärt der Rezensent anerkennend. Auch unbekannte Architekten werden vorgestellt, die Funktion der Eckgebäude wird erläutert und auch "Wohnungselend" wird beschrieben, so Mönninger.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.07.2023
Wien ist nicht nur für Prachtbauten, sondern auch für bezahlbare Mieten bekannt: Das liegt nicht nur am Gemeindebau des Roten Wien, sondern auch am Boom des sogenannten Zinshauses im 19. Jahrhundert, erinnert Cathrin Kahlweit. Erfreut nimmt sie mit "Das Wiener Zinshaus" und "Wenn Wände reden könnten" zwei wunderbare Prachtbände zur Hand, die ihr mit historischen und soziologischem Hintergrund die Geschichte des Zinshauses erzählen: Die Kritikerin bewundert hier nicht nur die prächtigen Bauten, sondern erfährt auch, wie sich die Wiener Bevölkerung innerhalb von sechs Jahren vervierfachte, in Folge Straßenzüge und kleinere Wohnhäuser niedergerissen wurden und ein Wettkampf um Schönheit ausbrach. Gebaut wurde allerdings von Zehntausenden Tagelöhnern unter schrecklichen Bedingungen, erfährt Kahlweit ebenfalls. Darüber hinaus herrschten hinter den Fassaden der eleganten Gebäude nicht selten Armut und Schikane gegen die Mieterinnen und Mieter, liest die Kritikerin. Im Band "Wenn Wände reden könnten" lernt sie außerdem noch Wiener, die bis heute in Zinshäusern leben, kennen.
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