Mario Vargas Llosa

Ein diskreter Held

Roman
Cover: Ein diskreter Held
Suhrkamp Verlag, Berlin 2013
ISBN 9783518424001
Gebunden, 381 Seiten, 22,95 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Thomas Brovot. Felícito denkt überhaupt nicht daran, auf die Schutzgeldforderungen einzugehen. Vielmehr beherzigt er den Rat seines Vaters - "Lass dich niemals von irgendwem rumschubsen, mein Sohn!" - und bietet der peruanischen Mafia offen die Stirn. Doch als man seinen Laden niederbrennt und ihm das Einzige zu nehmen droht, woran er wirklich hängt, stellt sich Ratlosigkeit ein. Ismael, ein erfolgreicher Geschäftsmann auf dem Sprung in den Ruhestand, vermählt sich im Liebestaumel mit seiner bildhübschen Haushälterin Armida. Damit jedoch bringt er seine unberechenbaren Söhne um ihr Erbe und gegen sich auf. - Zwei Männer alten Schlages, die mit den besten Absichten handeln und deren diskretes Heldentum ganz ungeahnte Folgen zeitigt …

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.01.2014

Als Alterswerk bezeichnet Jörg Plath deutlich enttäuscht diesen neuen Roman von Mario Vargas Llosa. Einmal, weil der Autor spürbar mit seinen erzählerischen Kräften haushaltet und die Geschichte zweier unterschiedlicher Männer, die von ihren Nachkommen heimgesucht werden, eher unspektakulär bis mechanisch erzählt. Ferner, da Vargas Llosa saftige Erotik nach Art von Altmännerfantasien einbaut und die Ernüchterung aufgrund von Schwäche des Fleisches gleich mit. Zu dieser Zielgruppe aber zählt sich Plath offensichtlich noch nicht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.11.2013

Einen "um Maß und Mitte bemühten" Roman hat Mario Vargas Llosa dieses Mal geschrieben, stellt Ralph Hammerthaler etwas missmutig fest - wie eine Qigong-Übung. Die Coolness der Dialoge und die kunstvolle Widersprüchlichkeit der Charaktere, die auch seine anderen Romane auszeichneten, findet der Rezensent zwar auch in "Ein diskreter Held", nimmt Varga Llosa aber übel, dass er sich in seinen Büchern mehr und mehr anpasst, um, wie der Rezensent vermutet, mehr Lesern zugänglich zu werden. Die zwei Erzählstränge fänden erst so spät zueinander, dass es sich eher um zwei Geschichten in einem Roman handle. Kurz: Hammerthaler wäre bei der Lektüre eine offensive Haltung lieber gewesen als die zahme Entspannungsprosa, die er vor sich sieht.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.10.2013

Manchmal blitzt stimmungsvoll die frühere peruanische Welt des Großschriftstellers auf, mit Kleinhandel und Bars, Legenden und Wunderglauben. Das sind für Paul Ingendaay die schönen Momente in diesem neuen Roman von Mario Vargas Llosa. Der andere Teil des Buches jedoch kann den Rezensenten nicht überzeugen. Die beiden mit Aktion "vollgestopften" parallel geführten Familiendramen lassen ihn weitgehend kalt. Ingendaay vermutet, dass es an den hölzernen Figuren und den wenig raffinierten Dialogen liegt. Kein Wort leuchtet, schreibt er enttäuscht. Den Übersetzer trifft laut Ingendaay keine Schuld. Es könnte daran liegen, meint der Rezensent, dass der Autor etwas ganz anderes erzählen wollte, das nämlich, was immer wieder zwischendrin aufscheint.
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