An einem Morgen wie jedem anderen verlässt die Studentin Melina ihre Wohnung in Lima, um sich auf den Weg zur Universität zu machen. Doch dann geschieht es: Sie wird entführt und in einen Koffer gepackt, um mit verbundenen Augen in eine Kammer an einem unbekannten Ort verschleppt zu werden. Hernán Migoya (Autor) und Joan Marín (Zeichner) erzählen in nüchternen Bildern von Melinas Entführung. Die Graphic Novel ist eine Mischung aus klassischer Comic-Reportage und autobiografischer Fiktion, die auf den Polizeiberichten und Aussagen der Beteiligten beruht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 22.11.2013
Den Anhang nicht vergessen, rät Laura Wagner zum Comic von Hernán Migoya. Der Autor verarbeitet in diesem Buch eine authentische Entführungsgeschichte, und zwar die seiner heutigen Lebensgefährtin. Ganz hinten im Band wird die Geschichte laut Wagner durch Dokumente, wie Schreiben der Entführer und Polizeiprotokolle, sozusagen geerdet. Doch schon die in nüchternem Schwarzweiß gehaltenen, mit filmischer Ästhetik (Multiperspektivik, Nahaufnahmen) entworfenen Panels haben Wagner von der Ernsthaftigkeit und der Düsternis der Geschichte überzeugt. Sie lässt keinen Zweifel, dass es sich hier um einen Alptraum in Bildern handelt, der durch die eingefügten Gedanken, Träume und Selbstgespräche der Hauptfigur noch an Eindringlichkeit gewinnt.
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