Jose Maria Arguedas

Diamanten und Feuersteine

Erzählung
Cover: Diamanten und Feuersteine
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2002
ISBN 9783518223543
Gebunden, 128 Seiten, 11,80 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Elke Wehr. Mit einem Nachwort von Mario Vargas Llosa. Mariano ist anders von Kindheit an, sein wunderliches Wesen macht ihn zum Außenseiter. Die Familie schickt ihn in die ferne Stadt, wo bereits seine Kleidung Spott erregt. Aber wenn Mariano seinem Instrument, der Arpa, sanfte und kraftvolle Töne entlockt, betrachten ihn die Frauen voll Bewunderung und Mitleid, die Männer tanzen dazu, ohne sich um den Spieler zu kümmern. Im Ort herrscht Don Aparicio, der weiße Rinderzüchter. Er holt den Musiker in seine Nähe, nennt den Indio gar Don Mariano. Aber in Don Aparicios Umkreis zu leben bedeutet Schutz und Gefährdung zugleich. Als eine junge Fremde in den Ort zieht, gerät die prekäre Ordnung ins Wanken. Das Verhängnis beginnt damit, dass Mariano einer dem Herrn lästig gewordenen Geliebten mit der Musik seiner Arpa beistehen will.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.01.2003

Unter den Schriftstellern und Intellektuellen, die zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts eine eigene lateinamerikanische Ästhetik zu schaffen versuchten, war Jose Maria Arguedas der "Schmerzensmann", meint Rezensent Thomas Sträter, der an sich und dem Schicksal der Indios und Mestizen, deren Musik und Literatur er als Ethnologe erforschte, so sehr litt, dass er schließlich 1967 Selbstmord beging. So zeichne auch Arguedas' nun erstmals ins Deutsche übertragene Erzählung "Diamanten und Feuersteine" ein wenig hoffnungsvolles Bild der peruanischen Gesellschaft, doch Sträter macht darin eine "dramatische Wucht" aus, deren Faszination er auch in der deutscher Übersetzung nicht verloren gegangen sieht. Erzählt wird eine Geschichte von Herr und Knecht, von gegenseitiger Abhängigkeit, von Verrat und Reue. Angesiedelt sei die Handlung im zerfurchten peruanischen Hochland, einer Welt, wie Sträter nahezu schwärmerisch schreibt, "voller magischer Naturklänge, unterdrückter Sexualität und ungezügelter Grausamkeiten" - ein Kosmos, den Arguedas mit den "funkenschlagenden Diamanten" seiner Prosa entfalte. Schließlich lobt Sträter auch das "einfühlsame und erhellende" Nachwort von Mario Vargas Llosa.
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