Klappentext

Aus dem Französischen von Patricia Klobusiczky. Die junge Französin Solange steht am Beginn ihrer Filmkarriere in Hollywood. Mehr als zu den Schönen und Erfolgreichen unter ihren Kollegen fühlt sie sich zu dem Outsider Kouhouesso hingezogen. Er, der Außenseiter in Los Angeles, verfolgt einen großen Plan: die Neuverfilmung von Joseph Conrads "Herz der Finsternis". Die wichtigste weibliche Rolle darin ist Solange wie auf den Leib geschrieben. Als Kouhouesso nach Afrika aufbricht, folgt sie ihm.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.01.2016

Eigentlich steuert Marie Darrieussecq in "Man muss die Männer sehr lieben" immer wieder Gemeinplätze an, meint Rezensentin Marie Schmidt. Im Grunde erzählt sie die Geschichte einer Frau, die auf einen Mann wartet, der sie warten lässt, fasst die Rezensentin zusammen. Es ist die Art und Weise, wie Darrieussecq dieses Versatzstück gegen ein anderes ausspielt, gegen das einer weißen Frau und eines schwarzen Mannes mitsamt und ihres von subtilen Rassismen geprägten Verhältnisses, das diesen Roman besonders macht, erklärt Schmidt. Und es ist die Bereitschaft der Autorin, sich auf diesem Boden ihre Unsicherheit ein- und zuzugestehen, die ihn funktionieren lässt, lobt die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.01.2016

Niklas Benders Kritik fällt in die seltene Kategorie der zärtlichen Verrisse. An sich schätzt er die Autorin sehr, den Vorgängerroman "Prinzesssinnen" mit der selben Protagonisten, aber im Teenager-Alter, kann er sehr empfehlen. Aber nun hat es diese Protagonistin mit ihrem "sexuellen Erfahrungshunger" nach Hollywood verschlagen, und was folgt, ist für Bender ein "zartrosa Rohrkrepierer" und überdies ein "Fall akuter Figurenmisshandlung". Zu undistanziert das Setting in Hollywood, zu platt die literarischen Anspielungen, zu überflüssig ihre Liebesgechichte mit einem Regisseur kamerunischen Ursprungs, der Conrads "Herz der Finsternis" neu verfilmen will. Darieussecq lehnt sich wie viele aktuellen Autorinnen an Marguerit Duras an, so Bender. Aber das hilft hier nichts. Dieser Roman verschwindet für Bender zwischen Nähe zum Kitsch und Plagiatsvorwüfen von Konkurrentinnen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.11.2015

Helmut Böttiger schämt sich nicht, den Roman von Marie Darrieussecq gelesen zu haben. Das ist eine Erkenntnis, die ihm die Lektüre selbst beschert, zusammen mit einem "schönen kleinen Grundgefühl". Sie hat damit zu tun, dass die Autorin offenlässt, ob sie ihre Geschichte um eine ambitionierte Schauspielerin mit einem Fuß in Hollywood als Satire, Tragikomödie, Comic oder apokalyptische Gesellschaftsanalyse verstanden wissen will, wie Böttiger erklärt. Überhaupt strotzt der Text laut Böttiger vor Doppeldeutigkeiten. Ob die Autorin eher naiv Pathos und Klischees bedient oder clever Rollenzuschreibungen hinterfragt, vermag er bis zum Ende kaum zu sagen. Er hofft es nur.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 10.10.2015

Tilman Krause scheint nicht sehr glücklich mit dem Roman von Marie Darrieussecq. Die Geschichte einer Amour fou zwischen einer Französin und einem gebürtigen Kameruner schrammt zwar laut Krause haarscharf am peinlichen Erzählklischee vorbei, indem die Autorin die Themen Geschlechterdifferenz und Kulturendifferenz zwischendurch auch mal ausblendet und auch nicht unter Rassismus-Verdacht fällt. Ein großer Text ist der Roman deswegen aber noch lange nicht, scheint Krause uns mitteilen zu wollen.