Die Nachbarin
Roman

Insel Verlag, Berlin 2025
ISBN
9783458644873
Gebunden, 335 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Eike Schönfeld. Mit einem Vorwort von Hilary Mantel. "Weißt du denn so genau, in wen Männer sich verlieben?" Dass ihr Mann Evelyn, wenn er am Wochenende aus London zur Familie aufs Land kommt, immer öfter mit Nachbarin Blanche plaudert, hat nichts zu bedeuten, da ist Imogen sich sicher. Schließlich ist die alleinstehende, bodenständige Blanche um einiges älter als die aparte, feinfühlige Imogen, stets in praktischen Tweed gekleidet und geht gerne jagen und fischen - eine Frau, die Imogen locker in den Schatten stellt. Doch als Evelyn immer mehr Zeit mit Blanche verbringt, muss sie sich fragen, ob sie sich da nicht täuscht …Sind Schönheit und Jugend wirklich entscheidend, wenn wir uns verlieben?
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (
Info)
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 14.01.2026
Rezensentin Sylvia Staude fühlt sich pudelwohl in Elizabeth Jenkins' Buch, das ein hochinteressantes Beziehungsgeflecht entwirft. In dessen Zentrum steht Imogen Gresham, eine Ehefrau Ende Dreißig, deren Mann Evelyn immer weniger Zeit mit ihr verbringt und stattdessen die Nähe seiner Chauffeurin Blanche, die 20 Jahre älter ist als Imogen, sucht. Imogens Versuche, ihrem Mann zu gefallen, prallen an dessen Kälte ab - die dann auch noch vom gemeinsamen Sohn Gavin kopiert wird. Es gibt dann aber doch den Punkt, an dem Imogen die Nase voll hat von ihrem unzugänglichen Mann, verrät Staud, und nachdem sie die Flucht ergriffen hat, dann doch noch ein männliches Wesen findet, das ihr die Anerkennung gibt, die sie verdient. Das hier ist keineswegs ein simpler Eheroman, sondern verschiedene Arten von sozialen Beziehungen werden klug durchleuchtet, lobt die zufriedene Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 02.06.2025
Sympathisch ist ihr keine der Figuren bei Elizabeth Jenkins, trotzdem hat Manuela Reichart diesen Roman aus dem Jahr 1954 gerne gelesen: Die Protagonistin ist die Ehefrau eines Mannes, der sich, für sie völlig unbegreiflich, in eine andere, ältere, in ihren Augen viel weniger attraktive Frau verliebt. Reichart kommt sie vor wie ein "ängstliches Reh", das sich nicht wehrt und sich stattdessen lieber ihrem besserwisserischem Mann hingibt, der wiederum eine Affäre mit der Nachbarin hat. Die Kritikerin freut sich, dass hier ganz offen über alles moralisch Verwerfliche gesprochen wird und dass die Autorin genau auf ihre Figuren schaut und sie so plastisch schildert. Sie kann sich dem Nachwort Hilary Mantels nur anschließen: Der Roman "veraltet nicht."