Die signifikante Zunahme von Konflikten um sozialen Rang zwischen 1600 und 1750 lässt sich auch im bürgerlichen Milieu nachweisen, wobei Gelehrte oft als Akteure auftraten. Marian Füssels Darstellung, die sich der Konstituierung von sozialem Rang durch symbolische Handlungen am Beispiel der Universitäts- und Gelehrtengeschichte widmet, gibt einen verständlichen Einblick in das "Innenleben" der Universitäten und schreibt damit ein Stück Sozialgeschichte des Gelehrtenstandes.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.10.2006
Voll des Lobes ist Caspar Hirschi für die Dissertation Marian Füssels, der darin die Gelehrtenkultur der frühen Neuzeit am Beispiel der Universitätsdozenten untersucht. Der Autor habe sein Hauptinteresse auf die durch Rituale und Auseinandersetzungen manifestierten Hierarchien und das Selbstverständnis der Gelehrten an der vormodernen Universität gelegt, erklärt der Rezensent, der begeistert feststellt, dass Füssel damit nicht nur Universitätsgeschichte, sondern auch einen Aspekt der "Ständegesellschaft" in den Blick rückt. Hirschi wird nicht müde, die wissenschaftliche Genauigkeit, das "theoretische Niveau" und den weiten Horizont dieser Studie zu preisen. Eines nur bedauert er an diesem Buch, nämlich den zu wenig beachteten Bezug zur gegenwärtigen Universitätskultur.
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