Margareta Mommsen

Wer herrscht in Russland?

Der Kreml und die Schatten der Macht.
Cover: Wer herrscht in Russland?
C.H. Beck Verlag, München 2003
ISBN 9783406459535
Kartoniert, 260 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Wie sieht Russlands Zukunft aus? Kann sich das Land als Großmacht behaupten? Gelingt der Weg zur Demokratie? Margareta Mommsen beschreibt anschaulich das Streben Russlands nach weltpolitischer Geltung. Mit bisher kaum bekannten, teilweise überraschenden Innenansichten stellt sie dar, wie sich 'Zar Boris', die Hofkabinette, Provinzfürsten und die berühmt-berüchtigte 'Kreml-Familie' die Macht teilen und wie der von diesen 'Schatten der Macht' zum Thron geleitete Wladimir Putin das bröckelnde Reich nach eigenem Gutdünken bestellt. Die zunehmende Zentralisierung und Militarisierung der Macht in Russland lässt fragen, wie eine Demokratie ohne Demokraten überhaupt verfasst sein kann.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.03.2003

Russland im Schlingerkurs auf der Suche nach einer nationalen Identität: in atemberaubendem Tempo sind im letzten Jahrzehnt Regierungen und Krisen über das postkommunistische Russland hereingebrochen, stellt Sonka Zekri in ihrer Rezension fest. Wer weiß schon noch, fragt Zekri, dass Jelzin innerhalb von 18 Monaten fünf Premierminister verschlissen hat. Putin war der letzte dieser 5er-Riege, und mit ihm und seiner deutlichen Westorientierung sei nun wieder mehr Ruhe eingekehrt. Margareta Mommsens Analyse beruht auf einer breiten Lektüre zeitgenössischer russischer und deutscher Veröffentlichungen, berichtet Zekri, schlüssig gebündelt und ergänzt durch erste postkommunistische Memoiren. Die Autorin seziert das Selbstverständnis einer politischen Funktionärsklasse, die im Gestus gern den Westen imitiere, aber noch kein wirkliches Demokratieverständnis besitze und auch keinen echten politischen Wettbewerb zulasse, so Zekri. Ihre Erkenntnis aus dem Buch lautet: nach siebzig Jahren Diktatur stellt sich mit Einführung der Marktwirtschaft nicht automatisch auch Demokratie her.

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