Im Spannungsfeld des am 1. Juni 2002 in Kraft getretenen Personenfreizügigkeitsabkommens mit der EU und den Vorschlägen des Bundesrates für ein "neues" Ausländergesetz formuliert Spescha Postulate einer aufgeklärten Migrationspolitik. In einem kurzen historischen Rückblick zeichnet er die migrationspolitischen Pendelbewegungen der Schweiz zwischen Öffnung und Abwehr nach. Anhand demografischer Fakten und Perspektiven macht er deutlich, dass die Schweiz ebenso wie zum Beispiel Deutschland in Zukunft noch stärker auf Immigrantinnen und Immigranten angewiesen ist. Dies bedingt eine Abkehr von der herrschenden Politik der "Überfremdungsabwehr". Wie dringend dies ist, führen die vom Autor referierten (unglaublichen) Fallgeschichten aus der fremdenpolizeilichen Praxis drastisch vor Augen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.02.2003
Trotz einiger Kritikpunkte zeigt sich der mit "C.W." zeichnende Rezensent durchaus angetan von diesem Buch des Rechtsanwalts Spescha, der allein von Berufs wegen einen gewissen Einblick in die Problematik habe. Er plädiere für eine offene Haltung gegenüber der Einwanderung, was er nicht nur mit sozialen Gründen untermauert, sondern zudem auch mit den wirtschaftlichen und demografischen Eigeninteressen der Schweiz. Allerdings sei Spescha in seiner Argumentation an einigen Stellen etwas "diffus", beschönige die negativen Aspekte der Migration und sei auch sprachlich teilweise "politisch überkorrekt". Dennoch gelinge es ihm, so der Rezensent, aufzuzeigen, das Ausländerpolitik ein Thema sei, dass immer mehr Schweizer auch direkt betreffe.
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