Marc Degens

Fuckin Sushi

Roman
Cover: Fuckin Sushi
DuMont Verlag, Köln 2015
ISBN 9783832197476
Gebunden, 320 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Eine Schülerband aus Bonn: Fuckin Sushi. Sie singen deutsch und rocken, laut und lang. In der Fußgängerzone von Bad Münstereifel, auf einem Sommerfest von Bundeswehrangehörigen oder im "Bla". Durch ein YouTube-Video werden die vier berühmt. Nach einer Tournee werden jedoch die Spannungen in der Band immer größer, die Oma des Erzählers stirbt, Bob Dylan kommt nach Bonn und das Ende der Schulzeit rückt näher und näher ... "Fuckin Sushi" ist ein wildes, anrührendes Buch über die Geborgenheit, die man nur als junger Mensch unter Freunden erfahren kann, und über eine Zeit im Leben, in der fast alles möglich scheint.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.04.2015

Fridtjof Küchemann hegt einen furchtbaren Verdacht beim Lesen des Romans von Marc Degens. Die Bandgeschichte zwischen Bad Münstereifel und Köln, die der Autor erzählt, bietet dem Rezensenten zwar äußerlich ein lustig erzähltes Panorama jugendlicher Macken und ein quasi auditiv wahrnehmbares Klangbild der Band dazu. Weil es jedoch weder zu Hotelzimmerzertrümmerungen noch zu Drogenexzessen oder anderen Eskalationen kommt, hält Küchemann einiges an Potenzial des Textes für verschenkt. Auf der Suche nach einem Grund dafür, und weil Degens kein Novize ist, vermutet der Rezensent Absicht und entwickelt die steile These, wilde Popposen seien überhaupt nur möglich, weil alles so schön bürgerlich zugeht im Hintergrund.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 11.03.2015

Seinen Roman über die Gründung einer Schülerband, die einen famosen YouTube-Hit landet, bringt Marc Degens so knackig wie einen Punkrock-Song auf den Punkt, schreibt Rezensent Jens Uthoff. Der hat hier ein Buch ganz nach seinem Geschmack entdeckt. In der Gesellschaft der porträtierten Clique fühlt er sich sichtlich pudelwohl: Das liegt zum einen an Degens Sicherheit, "den Sound" der Subkultur zu treffen, zum anderen auch daran, dass dieser Roman keine Jugend im nostalgischen Rückblick aufruft, sondern ganz im Hier und Jetzt angesiedelt ist. Degens gelingt damit eine schöne "Hommage an das Unreglementierte, das Unreflektierte, das Jungfräuliche der Jugend", schließt Uthoff merklich mitgerissen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.03.2015

So leicht Marc Degans Roman "Fuckin Sushi" auch daherkommen mag, so schwer ist es Rezensent Felix Stephan gefallen, das Buch bis zum Ende zu lesen. Denn die Geschichte um Niels aus Bonn, der vor dem Abi eine Band gründet und bald schon wieder scheitert, hat so wenig Subtext, dafür aber umso mehr platte Dialoge, dass der Kritiker sich nicht sicher ist, ob er hier eine Telenovela liest. Und für eine gelungene Coming-of-Age-Geschichte mangelt es dem Roman leider an Ambition, urteilt der Rezensent.
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