Pädophile auf der Suche nach Kindern. Sie beobachten Schwimmbäder, Sportanlagen und Spielplätze - in manchen Städten sind die in Reviere eingeteilt. Rund sechzigtausend Männer mit der sexuellen Neigung zu kleinen Jungs, Mädchen und sogar Babys gibt es nach Schätzungen der Polizei hierzulande. Manfred Karremann tauchte für das ZDF und den Stern über ein Jahr lang inkognito in die verborgene Szene ein. Die zeigte sich erstaunlich gut vernetzt: Manfred Karremann besuchte Bundestreffen der Pädophilen ebenso wie Städtegruppen. Er knüpfte Kontakte zu mutmaßlichen Tätern aller Art - Männern, die Kinderpornographie konsumieren und Kindern nachstellen. Wurde dabei mit den Tricks vertraut gemacht, die in der Szene jeder kennt, um Kinder und ihre Eltern zu täuschen. "Es geschieht am helllichten Tag" ermöglicht einen umfassenden Einblick in die Methoden, mit denen sich pädophile Männer das Vertrauen von Kindern und Eltern erschleichen, beschreibt ihre Denkweisen und Lebenslügen. Für Manfred Karremann, der auch als Referent bei der kriminalpolizeilichen Spezialausbildung des Bundeskriminalamts tätig ist, steht vor allem die Ratgeberfunktion für Eltern im Vordergrund. Nur wer die Methoden der Pädophilen kennt, kann sein Kind vor Übergriffen schützen. Mit einem Beitrag von Holger Kind, Kriminalhauptkommissar bei der Abteilung Kinderpornografie des Bundeskriminalamts, sowie einem Aufsatz des Therapeuten Jürgen Lemke zu Möglichkeiten der Prävention und Therapie für pädophil veranlagte Männer.
Als "schmerzliche Lektüre" und eines der wichtigsten Bücher für Eltern zum Thema lobt Rezensentin Susanne Meyer diese Undercover-Reportagen aus der Welt der Pädophilen des Journalisten Manfred Karremann. Gelegentlich haben die Berichte bei der Rezensentin sogar Übelkeit ausgelöst. Zu den großen Verdiensten des Buchs zählt sie unter anderem die glasklare Nachzeichnung ausgefeilter Missbrauchsmuster. Aber auch die Einblicke in "die Welt der Pädos", jene Subkultur der Pädophilie, wo sich der Autor selbst manchmal fassungslos "inmitten eines deutsch-biederen Stammtischs" wiederfindet, lassen die Rezensentin schaudern. Überzeugend findet sie auch Milieus und Ursachen für die mangelnde Aufmerksamkeit Pädophilen gegenüber geschildert. Gewünscht hätte sich die Rezensentin jedoch ein besseres Lektorat, das nicht nur statistische Hintergrundinformationen "griffiger orchestriert", sondern auch manch andere Ungelenkheit ausgeglichen hätte. Dass Karremann auch Anlaufstellen für Missbrauchsopfer nennt und Literaturhinweise gibt, zählt für die Rezensentin wiederum zu den Pluspunkten dieses wichtigen Buchs.
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