Manfred Gregor

Die Brücke

Roman
Cover: Die Brücke
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), Stuttgart 2005
ISBN 9783421058706
Gebunden, 214 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Mai 1945. Irgendwo in Deutschland. Wenige Tage vor der Kapitulation. Sieben kurzerhand in Wehrmachtsuniformen gesteckte Hitler-Jungen sollen mit ein paar Karabinern und Panzerfäusten eine strategisch bedeutungslose Brücke verteidigen. Von ihrem Vorgesetzten verlassen, hilflos zwischen Abenteuerlust und wirrem Glauben an die Rettung des Vaterlandes schwankend, nehmen sie den aussichtslosen Kampf auf, als plötzlich amerikanische Panzer anrollen. "Die Brücke", erst als Buch, dann in der Verfilmung von Bernhard Wicki ein Welterfolg, ist das Mahnmal einer verführten und missbrauchten Generation, die in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs als Kanonfutter sinnlos verheizt wurde.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.07.2005

Der Rezensent Wolfgang Schneider führt auf seine Rezension der überarbeiteten Fassung des Anti-Kriegsroman "Die Brücke" durch einen längeren Exkurs zum Thema Krieg in Filmen und Büchern hin. Dabei kommt er zu dem Ergebnis, dass die Literatur dem bewegten Bild in mancherlei Hinsicht sogar überlegen sei, obwohl Bücher keine vergleichbar "bannenden Eindrücke" leisten können - "wie man nun dank der Wiederveröffentlichung des 1958 erschienenen Buches überrascht feststellen darf". Das liegt zum Beispiel daran, dass im Roman "die Zeitschichtung viel raffinierter" ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Protagonisten weniger im visuellen Zeitkolorit gefangen bleiben, denn die "ungekünstelte Sprache des Romans hat kaum Patina angesetzt". Dass ein paar "moralische Winke" zuweilen eine gewisse Schwere schaffen, findet Schneider wenig problematisch. Schließlich ist das Genre Jugendbuch auch heute noch das "vielleicht letzte Refugium aufklärerischen Schreibens". Insofern findet es der Rezensent auch nur sinnvoll, dass der Autor in seinem neu beigefügten Nachwort "sein Buch auf das Thema der bewaffneten Kinder in gegenwärtigen Konflikten" bezieht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.05.2005

Gar nicht verstaubt fand Heinz Ludwig Arnold Manfred Gregors wieder aufgelegten Antikriegsroman "Die Brücke", trotz einiger Wolfgang-Borchert-Manierismen. Besser noch als die Verfilmung von Bernhard Wicki sei das Buch, urteilt der Rezensent. Mehr als zehn Jahre nach Kriegsende erst, 1958, erschien dieser auf autobiografischen Umständen basierende Roman, eine Geschichte aus den allerletzten Kriegstagen. Unter Pseudonym hatte Gregor Dorfmeister ihn damals geschrieben, um sich von einem Trauma zu befreien. Es geht um sieben Jungen, die eine Brücke erst gegen die heranrückenden Amerikaner verteidigen, dann sprengen sollen. Sie wollen die Brücke aber auch gegen die eigenen Sprengtrupps verteidigen. Denn welchen Sinn hätte ihr Kampf gegen die Amerikaner sonst gehabt? Nur einer, der Erzähler, überlebt. En passant erhält der Leser, so Arnold, auch Einblicke in deutsche Familiensrukturen während der NS-Zeit. Der Rezensent empfiehlt "Die Brücke" auch als Jugendbuch.
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