Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.2003
Lange hat es gedauert, bis nun auch ein deutscher Verlag das letzte Werk des 1998 verstorbenen Mancur Olson herausgebracht hat, bemerkt Karen Horn. In diesem beschäftigt sich der amerikanische Ökonom mit den 1991 neu entstandenen Wirtschaftsordnungen der osteuropäischen Länder, insbesondere Russlands. Im Zentrum der Studie steht die Frage, warum die "Volkswirtschaften des ehemaligen Ostblocks so festgefahren" sind und auf den zusammengebrochenen Sozialismus kein Wirtschaftswunder folgte, sowie es vierzig Jahre zuvor in Westeuropa die Folge auf den Faschismus war. Begeistert schreibt Horn, das Buch sei eine wahre "Goldgrube" im Bezug auf die Analyse des sowjetischen Wirtschaftssystems und dessen Spätfolgen Korruption und Mafia. Argumentativ baue Olson auf seine früheren Werke "Aufstieg und Niedergang von Nationen" von 1982 und "Die Logik des kollektiven Handelns" von 1965 auf und finde "schlüssige Erklärungen" für die "Schwierigkeiten im Transformationsprozess". Olsons Auseinandersetzung mit dem "konsequent freiheitlichen, libertären Ansatz" findet Horn dagegen "schlicht nicht korrekt".
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