Maike Luhmann

Einsamkeit

Warum sie uns alle betrifft
Cover: Einsamkeit
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2026
ISBN 9783103977189
Gebunden, 336 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Unsere Lebensumstände haben sich massiv gewandelt: Immer mehr Menschen leben allein, Soziale Medien und digitale Kontakte werden immer wichtiger. Aber sind wir heute wirklich einsamer - oder reden wir nur mehr darüber? Die Psychologieprofessorin Maike Luhmann hat über zehn Jahre lang zu Einsamkeit geforscht. In diesem Buch fasst sie den Stand der Wissenschaft zugänglich zusammen. Sie beleuchtet, was uns einsamer macht, wann es gefährlich wird und was wir brauchen, um uns und andere vor chronischer Einsamkeit zu schützen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.03.2026

Interessante Erkenntnisse über Einsamkeit zieht Rezensent Jens Jessen aus Maike Luhmanns Buch. Die zentrale: Gar so einsam wie die Konjunktur des Themas im Diskurs es vermuten lässt, sind wir unter Umständen gar nicht. Die angenehm geschmeidig und nüchtern geschriebene wissenschaftliche Studie der Psychologieprofessorin nimmt sich die empirischen Daten vor und stellt fest, dass viele Vorurteile, etwa über Alterseinsamkeit oder die Rolle des Internets als Einsamkeitstreiber, von den Daten nicht gedeckt sind. Auch Corona brachte höchstens einen sehr kurzen Einsamkeitsschub, der sich schon kurz danach wieder erledigt hatte. Lediglich in biografischen Extremsituationen, also wenn es einem eh schon schlecht geht, gibt es laut Luhmann ein Einsamkeitsproblem. Wobei sie auch anmerkt, dass man immer mitbedenken muss, dass Einsamkeit in erster Linie eine subjektive, keine objektive Kategorie ist. All dies findet Jessen ziemlich erhellend, gerade auch im Vergleich mit anderen aktuellen Büchern über die Einsamkeit, etwa von Daniel Haas und Daniel Schreiber, die sich dem Thema eher erzählerisch nähern und dabei in die Gefahr geraten, in der Aufarbeitung ihrer "Privatmisere" lediglich einen schon lange existierenden Einsamkeitsdiskurs zu reproduzieren.
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