Aus dem Polnischen von Esther Kinsky. Ein labyrinthartiges Hotel in Osteuropa, ein Seiltänzerpärchen, ein deutscher Geschäftsmann namens Feuchtmaier, ein Kind und eine Handvoll weiterer bizarrer Charaktere, die sich alle äußerst sonderbar verhalten; dazu ein rätselhafter Erzähler in seinem hilflosen Bemühen, ihre Geschichte in den Griff zu bekommen - das ist das Personal, das wie Marionetten an unsichtbaren Fäden auf einer Bühne schwebt. Alles in diesem Erzählkosmos gerät außer Kontrolle, die Figuren führen ein bedrohliches Eigenleben, sie verwandeln und verdoppeln sich, tauchen an anderen Orten, zu anderen Zeiten wieder auf, beginnen ihre eigenen Geschichten zu erfinden, und selbst der Puppenspieler, der Erzähler, scheint von einer unbekannten Macht gesteuert zu sein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.06.2009
Nicht unbedingt ein Lesevergnügen, meint Marta Kijowska angesichts von Magdalena Tullis Werk. Doch zum Glück ist das Geschmackssache. Und Kijowska stellt rasch klar, was diesen Roman (oder ist es ein Essay?) dennoch lesenswert macht. Die Unzulänglichkeit des Daseins und des Sagens nämlich hat sie selten derart gut dargestellt (gesagt) gefunden. Tulli, so erklärt die Rezensentin, macht das mit Poesie und Ironie. Und so, dass Erzählräume und reale Räume ununterscheidbar werden, der Erzähler seine eigenen Geschichten anzweifelt und das ohnehin schwierige Verhältnis von Realität und Sprache vollends chaotisch wird. Dass sich das immerhin vermitteln lässt, scheint der Rezensentin Trost zu spenden.
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