Im offenen Schlagabtausch und versteifter Polemik offenbart sich die heutige Debattenkultur als handfeste Krise der Öffentlichkeit. In seinem Buch "Medienkritik ist links" bricht Lukas Meisner mit dem Schweigen der Linken. Er zeigt die Risiken pauschaler Dämonisierung der Leitmedien als "Lügenpresse" und warum er die Verunglimpfung jeglicher Medienkritik als "rechtsradikal" bzw. "geistesgestört" für nicht weniger demokratiegefährdend hält. Er macht klar: Was lange fehlte und was es endlich braucht, ist eine medienkritische Linke, die, anders als rechtes Geplärr, im Sinne der Demokratie und nicht gegen sie analysiert; die den gesellschaftlichen Rechtsruck historisch-materialistisch, und damit anders als Liberale, als Ausdruck sich verschärfender ökonomischer Krisen erkennt. Diese politische Streitschrift erhebt mutig die Stimme für eine linke Medienkritik und ist ein Beleg, warum es eine medienkritische Linke braucht.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 16.11.2023
Lukas Meisners Buch zufolge sind die Medien nicht von Linken, sondern von Linksliberalen dominiert, führt Rezensent Cantürk Kiran aus. Und Linksliberale sind keine Linken, zeichnet der Rezensent die Argumentation nach, die sich durchweg auf marxistische Kategorien beruft. Um nicht der linksliberalen Freiheit, sondern einem marxistischen Freiheitsbegriff auf der Basis von Gleichheit zu genügen, ist, so Kiran nach Meisner, Ideologiekritik notwendig, zum Beispiel hinsichtlich Begriffen wie Sachzwang oder auch dem Vorwurf des verschwörungstheoretischen Denkens. Ein Beispiel Meisners ist, lesen wir, der Klimaschutz, der für Meisner im Rahmen des Kapitalismus nicht möglich ist. Das ist zwar alles recht polemisch und manchmal arg zugespitzt, aber in sich durchaus schlüssig, findet der Rezensent.
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